»Sein auch diese Zahlen ganz genau, un is es kein Spaß nix un keine Lüge nix, Massa Tom?«

»Ja, die Zahlen stimmen ganz genau!«

»Nu, denn alle Achtung vor eine Floh! Ich hab’ nix grad viel Achtung gehabt vor die Floh … aber die Floh verdient sie … das is gewiß!«

»Na, das will ich meinen! Er ist nicht bloß schneller, sondern auch klüger und verständiger als irgend ein Geschöpf auf der Welt – immer im Verhältnis zu ihrer Größe. Man kann Flöhe fast zu allem abrichten: und sie lernen es schneller als jedes andere Wesen. Sie können in vollem Geschirr kleine Wagen ziehen, und gehen damit hierhin oder dorthin – je nachdem der Befehl lautet. Und marschieren und exerzieren tun sie wie richtige Soldaten und so stramm aufs Kommando, wie nur der beste Soldat. Sie haben alle möglichen schwierigen und anstrengenden Uebungen gelernt. Angenommen, man könnte einen Floh züchten, der die Größe eines Mannes erreichte und seine angeborene Klugheit und geistige Regsamkeit nähme dabei im selben Verhältnis zu, wie das Wachstum seiner Glieder – was meint ihr wohl, wo bliebe da das Menschengeschlecht? Der Floh würde Präsident der Vereinigten Staaten werden – dagegen wäre ebensowenig was zu machen, wie wir verhindern können, daß es blitzt!«

»O du liebe große Gott, Massa Tom! Davon hatt’ ich ja nie nix ’ne Ahnung, daß die Floh so eine gewaltige Tier sei! Warraftig, das kam mir nie nix in Sinn, un das sag ich

»Im Verhältnis zu seiner Größe übertrifft er, und zwar bei weitem, jedes andere Geschöpf, Mensch wie Tier. Er ist das interessanteste von allen. Man redet so viel von der Stärke einer Ameise, eines Elefanten, einer Lokomotive. Quatsch! An ’nen Floh können die nicht tippen! Der kann das Zwei- oder Dreihundertfache seines eigenen Gewichts heben. Das kann sonst niemand auch nur annähernd. Außerdem macht so’n Floh sich seine eigenen Gedanken; er ist ein origineller Kopf und läßt sich kein X für ein U machen; sein Instinkt oder seine Ueberlegung – oder was es sonst ist – ist vollkommen gesund und klar und irrt sich niemals. Die Leute meinen, ’nem Floh sei ein Mensch so lieb wie der andere. Aber das stimmt nicht. Gewissen Menschen kommt er niemals zu nahe, mag er noch so hungrig sein, und zu diesen Menschen gehöre ich. Ich habe in meinem ganzen Leben niemals ’nen einzigen Floh auf mir gehabt.«

»Massa Tom!!«

»Ja, so ist’s. Ich spaße nicht.«

»Nanu! Da mussen ich sagen: sowas hab’ ich in mein Leben nix gehören!«