»›Ja.‹
»›War es auf dem rechten Hinterfuß lahm?‹
»›Ja.‹
»›War es auf der einen Seite mit Hirse, und auf der anderen mit Honig beladen?‹
»›Ja! Aber du brauchst keine Einzelheiten mehr anzuführen. Es ist mein Kamel, und ich hab’s eilig. Wo hast du es gesehen?‹
»›Gesehen hab ich’s überhaupt nicht‹, sagt der Mann.
»›Was? Ueberhaupt nicht gesehen? Wie kannst du’s denn so genau beschreiben?‹
»›Das ist ganz einfach! Wenn einer seine Augen zu benutzen weiß, so hat alles was er sieht, Sinn und Bedeutung; aber die meisten Leute wissen mit ihren Augen gar nichts anzufangen. Daß ein Kamel vorbeigelaufen war, wußte ich, weil ich seine Spur sah. Ich wußte, daß es auf dem rechten Hinterfuß lahmte, weil es diesen Fuß geschont hatte und leicht damit aufgetreten war. Das sah ich an der Spur. Auf dem linken Auge mußte es blind sein, weil es nur rechts vom Wege das Gras abgerupft hatte. Einen von den oberen Vorderzähnen mußte es verloren haben, weil in der Zahnspur im Grase eine Lücke war. Die Hirse war an der einen Seite herausgerieselt – das erzählten mir die Ameisen; an der anderen Seite war Honig herniedergeträufelt – das erzählten mir die Fliegen. Also wußte ich von deinem Kamel ganz genau Bescheid; aber gesehen hab’ ich’s nicht.‹«
»Weiter, Massa Tom!« ruft Jim. »Das is ein riesig guter Geschicht, un mächtig intressant!«
»Das ist alles,« sagt Tom.