»O, wie werden ich weggucken! Un wenn ich auch wollen, ich konnten es ja gar nix!«
Wir flogen mit aller Geschwindigkeit auf den See zu, Meile auf Meile, wie wenn’s gar nichts gewesen wäre. Aber nicht um einen Zoll kamen wir ihm näher, und auf einmal – da war er wieder weg! Jim schwankte auf den Füßen und wäre beinahe umgefallen. Als er endlich wieder zu Atem kam, schnappte er wie ein Fisch nach Luft und sagte:
»Massa Tom – es is ein Gespenst! Das is diese See, un ich hoffen zu die liebe Gott, wir sehen ihm nu nix mehr! Eine See waren da un mit die See is was passieren un sie is tot geblieben un wir sahen seine Geist von diese See; wir sahen ihm zweimal un das is eine Beweis. Der Wüste is behext, ganz gewiß sein ihm behext! O, Massa Tom, laß uns fort. Lieber wollen ich sterben, als daß die Nacht uns überfallen in diese Wüste, un der Gespenst und das See kommen un packen uns wenn wir in Schlaf liegen un gar nix wissen, daß wir in eine Gefahr sein!«
»Ein Gespenst, du Gänserich! Es ist weiter nichts als Luft und Hitze und die Einbildungskraft von ’nem Menschen, der großen Durst leidet. Wenn ich – gib mir mal das Fernrohr!«
Er nahm das Glas und fing aufmerksam an, nach rechts vor uns den Horizont zu beobachten. Schließlich sagte er:
»Es ist ein Vogelschwarm; er fliegt nach Sonnenuntergang zu und wird unsern Kurs in gerader Linie kreuzen. Sie haben es eilig und fliegen nicht zu ihrem Vergnügen – vielleicht suchen sie Nahrung oder Wasser oder beides zugleich. Steuerbord, Huck! Einen Schlag herum! So! Halt’ ein bißchen ’ran! Nun ist’s recht, – vorwärts, geradeaus!«
Wir mäßigten die Fahrgeschwindigkeit ein bißchen, um nicht bei den Vögeln vorbeizusegeln, und fuhren immer ein paar hundert Meter hinter ihnen her. Als wir anderthalb Stunden so gesegelt waren, wurden wir immer mutloser und unser Durst war rein unerträglich geworden. Da sagt Tom auf einmal:
»Nehme mal einer von euch das Fernrohr und sehe, was da gerade vor den Vögeln ist!«
Jim sah zuerst durch und plumpste halb ohnmächtig auf die Bank nieder. Ganz weinerlich schrie er: