Zwei kleine Geschichten.

Erste Geschichte:
Der Mann mit einer Mitteilung an den Generaldirektor.

Vor einigen Tagen, im zweiten Monat des Jahres 1900, besuchte mich nachmittags ein Freund hier in London. Wir sind beide in dem Alter, wo Männer, wenn sie ihre Pfeife rauchen und sich etwas erzählen, weniger von den Annehmlichkeiten des Lebens sprechen, als von dessen Widerwärtigkeiten, und allmählich fing mein Freund an, auf das Kriegsministerium zu schimpfen. Es stellte sich heraus, daß ein Freund von ihm etwas erfunden hatte, das für die Soldaten in Südafrika von großem Nutzen gewesen wäre. Es war ein leichter, sehr billiger Stiefel, der vollständig wasserdicht war und bei Regenwetter seine Form und Festigkeit behielt. Der Erfinder wünschte, die Aufmerksamkeit der Regierung hierauf zu lenken, aber er war ein unbekannter Mann und wußte, daß die hohen Beamten einer Mitteilung von ihm keine Beachtung schenken würden.

»Das beweist, daß Ihr Freund ein Esel war – wie wir’s ja alle sind,« sagte ich unterbrechend »Doch erzählen Sie nur weiter!«

»Aber wie kommen Sie zu dieser Bemerkung? Der Mann sprach die Wahrheit.«

»Der Mann hat gelogen. Machen Sie nur weiter.«

»Ich will Ihnen beweisen, daß er …«

»Sie können gar nichts beweisen. Ich bin sehr alt und sehr weise. Sie müssen nicht mit mir rechten wollen; das ist unehrerbietig und beleidigend. Fahren Sie, bitte, fort.«