»Armes Kind, wollte Gott, ich könnte es, aber ich kann nicht anders, ich muß ihn wegführen. Achtung, Wache! … das Gewehr über! …«

Wie ein Blitz war Abby davongeschossen. Im nächsten Augenblick kam sie wieder, den Obergeneral an der Hand hinter sich herziehend. Bei dieser gefürchteten Erscheinung rafften sich alle zusammen, die Offiziere grüßten und die Wache salutierte.

»Befiehl du es ihnen! – Meine Mama ist krank und braucht meinen Papa; ich hab’s ihnen gesagt, aber sie hören gar nicht auf mich und wollen ihn fortführen.«

Der Obergeneral schien wie vom Schlag gerührt.

»Dein Papa, Kind? Ist das dein Papa?«

»Natürlich! Das war immer mein Papa. Würde ich wohl sonst die hübsche rote Kugel ihm und keinem andern gegeben haben, wenn ich ihn nicht so lieb hätte? Gewiß nicht!«

Bestürzung malte sich in des Protektors Zügen, und er sagte:

»Gott helfe mir! Durch des Satans Tücke habe ich das Grausamste begangen, das je ein Mensch tat – und keine Hilfe, keine Hilfe! Was soll ich, was kann ich tun?«

Ungeduldig und betrübt zugleich rief Abby: »Du kannst ihnen doch befehlen, daß sie ihn gehen lassen!« und sie begann zu schluchzen. »So sage es ihnen doch! Du hast mir versprochen, ich dürfe nur befehlen, und jetzt, das erste Mal, daß ich sage, du sollest etwas tun, tust du es doch nicht!«

Ein milder Schimmer breitete sich über das rauhe Gesicht des alten Kriegers. Er legte seine Hand auf das Haupt der kleinen Tyrannin und sprach: »Gott sei Lob und Dank für den rettenden Zufall dieses gedankenlosen Versprechens; und Heil dir, daß du, von Ihm geleitet, mich daran erinnert hast. Gottes Auge ruht auf dir, mein Kind! Wache! Gehorcht ihrem Befehl, – sie spricht durch meinen Mund. Der Gefangene ist begnadigt; gebt ihn frei!«