»So machen sie es natürlich noch ärger,« sagte Ali etwas verlegen.
»Selbstverständlich! Glaube mir, Ali, jede Nacht führen wir unsere fünf, sechs Karren voll solcher Briefe aus dem Hinterhofe des Palastes fort. Achtzigtausend Briefe in einer Nacht! Glaubst du denn, daß die überhaupt gelesen werden? Bah! Kein einziger! Mit deinem Brief würde es gerade so gehen. Aber es führt mehr als ein Weg nach Mekka, und den zu des Sultans Ohren kenne ich. Verlaß’ dich drauf.«
»Aber so sage mir nur, wie du es angreifen wirst,« bat Ali.
Achmet fühlte sich und hub an:
»Kennst du das zerlumpte arme Wesen, das sich einbildet, ein Schlächter zu sein, weil es mit einem Korb herumläuft und Katzenfleisch und halbverfaulte Lebern verkäuft? Dem werde ich es zunächst sagen.«
Ali war schwer enttäuscht und verdrossen.
»Das ist eine Schande, so zu reden, Achmet; das ist nicht schön von dir. Du weißt doch, daß mir die Sache am Herzen liegt.«
Achmet gab ihm einen liebevollen Klaps und sagte:
»Du brauchst dich nicht zu beunruhigen, Ali. Ich weiß, was ich will. Du wirst es schon sehen. Dieser Katzenfleischkrämer wird es dem alten Krüppel erzählen, der die Krapfen an der Straßenecke verkäuft – das ist sein bester Freund – wenn ich ihn darum bitte. Der wiederum wird es seinem reichen Onkel sagen, der im Bazar die Früchte verkauft, und der wieder seinem Busenfreund, dem Hammelschlächter; und der erzählt es seinem Freund von der Leibwache, und der seinem Hauptmann, und der dem Muezzin; dieser erzählt es dem Kadi, der Kadi dem Mudir, der Mudir dem Oberst von der Leibwache, der läuft zu seinem Freund, dem …«
»Bei Mohammed, das ist ein wundervoller Plan, Achmet. Wie kamst du nur auf …«