»Man kann das Geld bei jeder beliebigen Bank erheben. Vielleicht wünscht Harkneß nicht, daß die Sache hier ruchbar wird. Was ist denn das – – ein Brief?«

»Ja, er lag bei den Wechseln.«

Das Schreiben war von Stephensons Hand, trug aber keine Unterschrift. Reichard las:

»Ich habe mich in Ihnen getäuscht; Ihre Ehrlichkeit ist über jede Versuchung erhaben. Als ich das Gegenteil annahm, that ich Ihnen unrecht, und bitte Sie aufrichtig, es mir zu verzeihen. Sie verdienen meine vollste Hochachtung, und Ihre Mitbürger sind nicht wert, Ihnen die Schuhriemen aufzulösen. Ich bin mit mir selbst eine Wette eingegangen, daß sich in Ihrer tugendstolzen Stadt neunzehn Männer zur Unredlichkeit verführen lassen würden. Die Wette habe ich verloren. Nehmen Sie den ganzen Einsatz; er gebührt Ihnen von Rechts wegen.«

Reichard that einen tiefen Atemzug: »Das brennt, als wäre es mit Feuer geschrieben,« sagte er. »Mir ist wieder ganz erbärmlich zu Mute, Mary.«

»Mir auch. Ach, hätten wir doch – –«

»Stelle dir nur vor, Mary – er glaubt an mich.«

»Schweig’ still davon – ich halte es sonst nicht aus.«

»Wenn ich dies schöne Lob verdiente – und Gott weiß, ich glaube, früher war das der Fall – so gäbe ich wahrhaftig die vierzigtausend Dollars dafür hin. Sein Schreiben aber würde ich heilig aufbewahren, es wäre mir mehr wert, als Gold und Juwelen. Doch jetzt müßte es uns ein ewiger Vorwurf sein, darum fort mit ihm.«

Er warf das Papier in die Flammen. –