Den Deutschen in Nordböhmen

als Dank für ihre
dem Landesverein »Sächsischer Heimatschutz«
in schwerer Zeit geleistete Hilfe


Inhalt

Das Tier im Landschaftsbild unserer Heimat[5]
Die volkstümlichsten Tiere der deutschen Märchen und Fabeln[41]
Allerlei Fischräuber, bepelzt und befiedert[75]
Malepartus, die Raubburg und Kinderstube von »Reinke de Vos«[109]
Swinegel un sine Sippschaft[120]
Vogelnester[148]
Im Teichgebiet der sächsischen Lausitz[161]
Die heimatliche Vogelwelt im deutschen Volksglauben[179]
Schutz den schutzlosen Kriechtieren und Lurchen![201]
Sechsbeinig, achtbeinig und ohne Beine[230]

Das Tier im Landschaftsbild unserer Heimat

Das Leben auf unserer Erde kennt keine Schranke, kein Grenzstein ist ihm gesetzt. Und es sind nicht nur die niedrigsten Lebewesen, einzellige Algen, Pilze, Infusorien, die sich sozusagen überall einstellen, nein, wenigstens von der Tierwelt gilt es, daß sich gerade ihre höchsten Vertreter, die Wirbeltiere, die ganze Welt erobert haben.

Aus den größten Tiefen der Ozeane, wo längst keine Pflanze mehr gedeiht, wo ewige Finsternis herrscht, bis auf die Flammen, die sich die Tiere selbst anzünden, hat man eine erstaunliche Artenzahl wohlorganisierter Fische ans Licht befördert, und hoch über der Waldgrenze der Gebirge, wo nur noch kurzrasiges Gras an dem Steilhang emporklettert und niedrige Alpenblumen ihre farbensatten Sterne dem Sonnenstrahl öffnen, ja noch höher droben, wohin keine blühende Pflanze mehr folgt, wo der zackige Felsengrat nackt und tot aus dem Firnschnee zum Himmel emporstarrt, da haftet der Fuß der flüchtigen Gemse, des Steinbocks, da pfeift im Steintrümmermeer das Murmeltier vor seiner Höhle. Über allem Irdischen aber, an der blauen Glocke des Himmels, schwebt in erhabener Ruhe der Adler, der König der Lüfte.