Israel er von sünden.
Dann in dem worte sünden ist das u ein diphthongus.
Vnd letzlich wird der reim auch falsch, wann in dem einen verse das letzte wort einen doppelten consonantem; vnnd das in dem andern einen einfachen hat; als: wann der eine verß sich auff das wort harren; der andere auff das wort verwahren, oder der eine auff rasen, der andere auff gleicher massen endete. Denn es eine andere gelegenheit mit der Frantzösischen sprache hatt, da zwar zweene consonantes geschrieben, aber gemeiniglich nur einer außgesprochen wird.
[G 2a] Das wir nun weiter fortfahren, so ist erstlich ein jeglicher verß, wie sie die Frantzosen auch abtheilen, (denn der Italiener zarte reimen alleine auf die weibliche endung außgehen) entweder ein fœmininus, welcher zue ende abschiessig ist, vnd den accent in der letzten sylben ohne eine hat, Als:
Er hat rund vmb sich her das wasser außgespreitet,
Den köstlichen pallast des Himmels zue bereitet;
Oder masculinus, das ist, männlicher verß, da der thon auff der letzten sylben in die höhe steiget; als:
Den donner, reiff vnd schnee, der wolcken blawes zelt,
Ost, Norden, Sud vnd West in seinen dienst bestelt.
Nachmals ist auch ein jeder verß entweder ein iambicus oder trochaicus; nicht zwar das wir auff art der griechen vnnd lateiner eine gewisse grösse der sylben können inn acht nemen; sondern das wir aus den accenten vnnd dem thone erkennen, welche sylbe hoch vnnd welche niedrig gesetzt soll werden. Ein Iambus ist dieser: