Da wir gerade dabei sind, so möchte ich der Persephone zuflüstern, was für eine wunderbar besänftigende Wirkung eine leichte, vernünftige Schmeichelei auf die Männerwelt ausübt und wie lautlos sich durch sie die Räder des Ehekarrens drehen. Ich meine nicht falsche, abgeschmackte Schmeichelei, wie sie uns die Männer so oft vorsetzen, wenn sie uns gefallen wollen, ohne einzusehen, daß die dick aufgetragenen Komplimente eine Beleidigung für unsere Intelligenz sind. Also natürlich nichts von dieser Sorte, aber zarte, feine, liebevolle Schmeichelei. Eine leise bewundernde Haltung, möglichst gemildert für den öffent­lichen Gebrauch, die jedoch immer die Wertschätzung durchblicken läßt, wird euch ihm nicht nur viel liebenswerter machen als es irgendwelche Liebes­beteuerungen täten, sondern sie wird auf seinen Geist und sein Gemüt glänzend wirken. Geradeso wie ihr in Gesell­schaft von Leuten, die euch bewundern, fühlt, daß ihr blendend seid, und in Gegenwart jener, die euch für gescheit halten, großartig sprecht, wird auch Perseus durch eure (wirkliche oder angebliche) Bewunderung angespornt, sie zu rechtfertigen.

Dasselbe gilt auch von dir, galanter Perseus; ein Kompliment über Persephones strahlende Augen, ein Wort scheuer Bewunderung für ihren neuen Hut, oder des Lobes für ihre Haltung als Hausfrau wird sie nicht nur unsinnig glücklich machen, sondern dein Kapital in der Liebesbank dadurch bedeutend erhöhen, daß du Schätze für dich in Persephones Herz ansammelst.

Um dies zu illustrieren, will ich zwei wirkliche Gespräche erwähnen, die ich vor kurzem hörte. Das erste war zwischen einem jungen Paar Pelleas und Nicolette, die erst kürzlich mit einem kleinen Einkommen den Haushalt begonnen hatten. Sie gaben eine Nachmittags­gesell­schaft und alle Gäste waren fort außer mir. (Ich habe nämlich ein Privilegium, wie Sie schon bemerkt haben dürften; niemand geniert sich, vor mir natürlich zu sein.)

Nicolette stieß einen Seufzer der Erleichterung aus, als sich die Haustüre zum letzten Male schloß und wandte sich mit glänzenden Augen zu Pelleas.

„War’s nicht sehr schön?“ sagte sie begeistert.

„Nicht übel“, sagte Pelleas.

„Sind die Blumen nicht wunderbar, und habe ich die Zimmer nicht reizend hergerichtet? Findest du nicht, daß alles sehr nett war, Liebster? Ich habe mich so angestrengt“, fügte sie, nach einem Wort des Lobes schmachtend, hinzu.

„Pah, nennst du ein paar Kuchen aufschneiden auch sich anstrengen?“ war die Antwort.

Nicolette war zufällig eine taktvolle Frau, die weiß, wann man zu schweigen hat, aber sie sah traurig aus, und ihre ganze Freude an der kleinen Unterhaltung war verdorben. Wie froh wäre sie gewesen, wenn Pelleas sie geküßt und ihr gesagt hätte, daß sie eine reizende Hausfrau war und alle ihre Anordnungen aufs beste getroffen hatte. Das Ärgerliche daran ist, daß er es wirklich glaubte, er zerplatzte vor Stolz über sein Haus und seine Frau und war geneigt, sich für einen sehr schneidigen Kerl zu halten, da er eine so reizende und gescheite Frau erobert hatte. Aber es lag nicht in seiner Art, es zu sagen.

Der zweite Fall ist der, wo ich Geraint und seine Frau versöhnen mußte. Ich habe den lieben guten Geraint immer recht gern gehabt, und sein schrecklich unglück­liches Eheleben war für mich eine Quelle ernster Betrübnis. Bei dieser Gelegenheit sprachen wir uns frei aus, und aus der Tiefe seines kummervollen Herzens brachte er mir Klage um Klage vor.