Ich seh' des Mondes helles Flirren
Im nächt'gen Kummer meiner Träume;
Ich sehe über giftige Räume
Die Fleischeslust verloren irren.
Ich fühle, wie nach grünen Fernen
Die Gier in meiner Brust erwacht,
Und in der wolkendunklen Nacht
Lechz' ich verdürstend nach den Sternen.
Ich fühle, wie mein Geist sich füllt
Mit bösen, schwarzen Zärtlichkeiten,
Und über sumpfbedeckten Weiten
Verfinstert sich des Mondes Bild.
Dein Groll, o Herr, macht mich zunichte!
O hab Erbarmen, Herr, und beue
Dem Kranken, Schweissgebadeten aufs neue
Das Grün, das er erblickt im Mondenlicht!
Und all den Schierling, Herr, es eilt, es eilt,
Der ringsum wuchert, heiss' ihn niedermähen!
Durch meiner Hoffnung Dunkel muss ich sehen,
Wie grün der Mond auf Schlangenleibern weilt!
Und all die schlimmen Träume dringen
In meinen Blick mit ihren Sündenqualen;
Ich höre blaue Wasserstrahlen
Empor zum kalten Monde springen!
[SEHNEN IM WINTER]
Ich weine über Lippen ohne Farben,
Auf denen keine Küsse je geboren,
Und über Wünsche wein' ich, die verloren
In hingemähten Traurigkeiten starben.
Und immer ist der Himmel regenblass,
Und immer deckt der Schnee die Meeressäume.
Und Wölfe sind gelagert in das Gras
Vor der geschlossnen Schwelle meiner Träume.
In meine matte Seele, ganz verschwommen
Von fernen Tagen, ist ihr Blick gesenkt;
Sie sehn sie von der Lämmer Blut getränkt,
Die eines Tags im Eise umgekommen.