Und endlich tritt der Mond hervor
Und starrt mit seinem Strahl, dem trübsalschweren,
Darin des Herbstes welkes Laub gefror,
Auf all mein krankes, hungerndes Begehren.

[REIGEN DES UNMUTS]

Ich stimme bleiche Lieder an
Von Küssen, die nicht wiederkehren;
Ich sehe Sieche Liebe sich gewähren
Auf dem verstreuten Wiesenplan.

In meinen Schlummer eingesponnen,
Auftauchen hör' ich Stimmen so gelassen!
Und Lilien öffnen sich auf dunkle Gassen,
Die Sterne nie geschaut noch Sonnen.

Und dieses Streben mit noch zagem Herzen,
Und diese Wünsche, die ich nur gefasst,
Sind Bettlern gleich in einem Prunkpalast,
Im Morgenrot gleich matten Kerzen.

Ich warte, dass der Mondschein mild
Mein Auge füllt, das offen lag im Sinnen
So manche Nacht, dass er mit seinem Linnen,
Dem stillen, blauen, meine Träume stillt.

[AMEN]

Die Stunde naht, o Herr; nun benedeie
Den ausgelöschten Schlaf der Knechte.
Ich harre, Herr, dass deine Rechte
In Kellerhöhlen Rosen streue.

Ich höre, dass von deinem Hauch gesunde
Mein Herz, nun endlich sicher vor Verrat,
Ein Osterlamm, das sich im Sumpf vertrat,
Und tief in warmen Fluten eine Wunde.

Ich harre, Herr, auf Nächte sonder Ende,
Auf eine unheilbare Schwäche,
Dein Ebenbild auf schwüler Wasserfläche
Und streck' nach deinem Schatten meine Hände.