Ach, meine Wünsche tragen
Die Seele nicht mehr an den Strand der Lider
Zur Ebbe von Gebet und Klagen
Sank sie hernieder.
Tief im geschlossenen Auge sie ruht.
Nur ihr Odem treibt matt und weiss
Noch empor an den Rand der Flut
Lilien von Eis ...
Ihre Lippen im Schmerzabgrunde
Schliesst unendliches Wellenspiel;
Und doch blühen aus ihrem Munde
Blumen auf blauem Stil.
Vor ihren Händen mein Blick erbleicht,
Wenn er der Lilien Spur nachzieht,
Die, von einander unerreicht,
Sich tot geblüht.
Und ich weiss, dass der Tod ihr naht,
Faltet sie nur ihre matten Hände,
Allzu schwach zu der Blumen Mahd,
Die keiner mehr fände ...
[BRENNGLAS]
Ich betrachte alte Stunden
Unterm Brennglas meiner Reue,
Seh' von neuem Flor entbunden
Ihre tiefgeheime Bläue.
O dies Glas auf dem Verlangen,
Das die Seele mir durchdrungen!
Nah ich's den Erinnerungen,
Welke Gräser Feuer fangen!
Den Gedanken aufgehalten,
Seh' ich durch das blaue Glas
All das Leid, das ich vergass,
Neue Blätter nun entfalten,
Bis zu jener Nächte Ferne,
Die mir längst im Geiste starben,
Trübend mit den Trauerfarben
Meiner Seele Hoffnungssterne.