In meines Traumes Schoss ruht sie die Brust,
Die unter meinen Wimpern ihr verblüht,
Und zuckt die Wimpern, der Gefahr bewusst,
Die sie im Garn der Lüg' erwachen sieht.

[NACHMITTAG]

Die Augen überraschten meine Seele.
O Gott, erbarme dich und sä'
Ein wenig Blätter und ein wenig Schnee
Darüber, dass gedämpft das Feuer schwele!

Auf meinem Bett hab' ich die Sonne brüten,
Und dieser ewig gleiche Stundenschlag!
Und meine Blicke streuen ihre Blüten
Auf Sterbende am Erntetag! ...

Nur welke Gräser hab' ich rings gepflückt,
Und meine Augen sind vom Schlaf so müd'
Wie Kranke, die kein frischer Trunk erquickt,
Wie Kellerblumen, drauf die Sonne glüht.

Ich harr' des Regens, der die Wiesen tränkt
Und meine regungslosen Träume,
Und meine Blicke ziehn durch weite Räume
Der Herde nach, die zu den Städten drängt.

[TREIBHAUS DER SEELE]

Aus meinen Augen Traumesblüten treiben
Und meine Seele, unter Glas verschlossen,
Hat durch ihr Treibhaus Licht ergossen
Und streift die blauen Fensterscheiben.

O Treibhaus, das die schwüle Seele kettet,
Die Lilien, um die das Glas sich schliesst,
Das Schilf, das unter diesem Glasmeer spriesst,
Die Wünsche all, die nichts mehr rettet.

Durch der geschlossnen Lider Säume
Möcht' ich zu den vergess'nen Blüten dringen,
Die einstmals rosig an den Ästen hingen,
Die offnen Blüten meiner Träume.