Und ich harre, dass ich bald gesunde,
Dass ich nicht am Sonnenlichte sterbe,
Hoffnungslos im Sonnenlicht verderbe,
Dass mein Blick sich kühlt, der fieberwunde,
Drinnen so viel Arme Schlaf begehren!
Drinnen so viel Schwäne ziehn auf Meeren,
Schwäne, die ins Ungewisse fliegen
Und den kranken Hals vergeblich biegen,
Drinnen Kranke gehn und Rosen brechen
Auf verschneiten Gartenflächen.
Herr, mein Antlitz lechzt nach deinen Händen,
Die gleich eisigen Engeln Kühlung spenden;
Und nach ihnen lechzen wie nach Wasserbächen
Meiner Blicke dürre Haiden,
Wo so viele müde Lämmer weiden!
[FÜNFZEHN LIEDER]
I
Sie schmiedeten sie in der Höhle an
Und machten ein Kreuz an die Pforte dann.
Die Maid gedachte des Lichts nicht mehr,
Und der Schlüssel, der fiel ins Meer.
Sie wartete drinnen die Sommerszeit,
Sie wartete sieben Jahr und mehr:
Alljährlich kam einer des Wegs daher.
Sie harrte drinnen die Winterszeit,
Und im Harren ward ihr das Haar so lang:
Das entsann sich des Lichtes Herrlichkeit,
Und suchte das Licht und fand's und drang
Durch die Steine hindurch zum Felsenhang,
Hing nieder von ihm mit Prangen.
Eines Abends kommt noch Einer gegangen,
Weiss nicht, was der lichte Schein da sei,
Und traut sich nicht vorbei.