Mitleid, Herr, wenn arg die Lippen sprechen,
Mitleid, Herr, mit meiner Reue!
Lilien auf meine Fieber streue,
Säe Rosen auf die Sümpfe der Gebrechen!

Gott, den Himmel meiner Augen füllt
Trübend alter Stunden Taubenflug.
Hab' Erbarmen mit dem Lendentuch,
Das mit seinen blauen Falten mich umhüllt.

[TRÜBE STUNDEN]

O sieh die alten Wünsche ziehen,
Und wieder müde Träumerei,
Und wieder Träume, die entfliehen:
O sieh, der Hoffnung Tage sind vorbei!

Zu welchen soll ich nun entrinnen?
Kein Stern mehr an des Himmels Weiten!
Eis liegt auf allen Traurigkeiten
Und unterm Mond schwimmt blaues Linnen.

Und wieder Tränen, die ich überrasche!
O sieh die Lämmer, die den Schnee abweiden,
Sieh Kranke frieren bei verglomm'ner Asche!
O Gott, erbarm dich aller ihrer Leiden!

Lass mich nicht länger des Erwachens harren,
Nicht länger harren auf des Schlummers Ende!
Der Sonne harren meine Hände,
Die in dem kalten Mond erstarren.

[TRÜBSAL]

Die trägen Pfau'n, die weissen Pfau'n entwichen,
Die weissen Pfau'n flohn des Erwachens Leid.
Ich seh' die weissen Pfau'n, die Pfau'n von heut',
Die Pfauen, die im Schlaf sich fortgeschlichen.
Die trägen Pfau'n, die weissen Pfauen schreiten
Lässig zum sonnenlosen Teich im Garten.
Ich hör' die weissen Pfau'n der Traurigkeiten
Lässig die sonnenlose Zeit erwarten.

[KRANKENHAUS]