Diese Lehre hat mehrere Erweiterungen erfahren, die sich alle auf den letzten Zustand und auf die Vollkommenheit beziehen. Wir werden später sehen, daß die Indier auch den Pandeismus gelehrt haben. Der letzte Zustand besteht in dieser Lehre im Eingehen in die betreffende Gottheit, Brahma oder Wischnu. So sagt in der Bhgavad-Gîtâ Krishna-Wischnu, nach vielen Lehren über ein vollkommenes Dasein:
Und wer zur Todesstunde mein gedenkt und so den Leib verläßt,
Der gehet in mein Wesen ein, das halte unbezweifelt fest.
und an einer anderen Stelle:
Durch sie wirst du mit mir vereint, befreit von der Geburten Zwang,
Mag auch die Schöpfung sich erneun, mag droh’n der Weltenuntergang.
Und dieses wird noch in vielen Wendungen dringend eingeschärft. Die Seele geht zuletzt dahin zurück, woher sie von je stammt, zur Allgottheit. Was aber die Vollkommenheit betrifft, so schließt sie nicht allein moralische und ethische Forderungen ein, sondern auch solche, die sich auf die Affekte beziehen; es wird Freisein von Affekten verlangt. In der gleichen Bhagavad-Gîtâ heißt es:
Wer nie frohlockt und nimmer niemand haßt, wer nichts beklagt und nichts begehrt,
Wen weder Glück noch Unglück rührt, auch der ist meiner Gnade wert.