Elsa Asenijeff

Unschuld
Ein modernes Mädchenbuch

2. Auflage.Preis brosch. M. 2,50, geb. M. 3,50

Die »Deutsche Zeitung«, Wien, schreibt: »Die Verfasserin, offenbar eine Frau von Geist und tiefem Gemüt, ist durchdrungen vom hohen Beruf des Weibes, das ›in Heiligkeit und Schönheit durch die rauhe Roheit des Lebens gehen soll‹, das ›bei allem Beleidigenden, was es erblickt, nur den Gedanken der Güte an heilendes Bessere‹ haben soll. Und so legt sie denn eine Reihe von Bildchen aus dem jungen Mädchenleben vor, in denen überall auf eine Gefahr, ein lauerndes kleines Ungetüm aufmerksam gemacht wird. Die Verfasserin hat die keimende Seele des Weibes wohl beachtet und weiss ihre Erscheinungen anschaulich und mit interessanter Lebendigkeit zu schildern. Dass sie sich dabei von tantiger Prüderie ferne hält, giebt dem Buche die Weihe einer höheren, weil furchtloseren Reinheit. An einer Stelle sagt Elsa Asenijeff von den schriftstellernden Frauen: ›Sie schreiben, wie sie es von den Männern gelernt. Ihre Seelen kriechen erst aus ihrem Leibe heraus und in ein Mannesgehirn hinein, dann erst schreiben sie. Die Lieben aber, welche die Kinder gern haben, die schreiben nie. Die sitzen zu Hause und heissen Mami und pflegen das liebe Kind, dass es dereinst ein ordentlicher Mensch werde.‹ Wie wahr! Und dass man trotz der Richtigkeit dieses Satzes gegen das wahrhaft weibliche Buch Asenijeffs kaum etwas einwenden kann, ist wohl sein schönstes Lob.«

– »Die hochbegabte Verfasserin giebt hier eine Sammlung von Skizzen aus dem Leben des Weibes von der frühesten Jugend bis in das Alter in knappster Form und von einer Anschaulichkeit, die diese Bilder in leuchtenden Farben, zum Greifen deutlich, vor das geistige Auge des Lesers, besser noch der Leserin stellt. Die feine Zeichnung verrät eine ausserordentliche Begabung für psychologische Feinheiten. Eine eigenartig zarte Poesie liegt über den kleinen intimen Seelengemälden, etwas märchenhaft Holdes, das auf die Phantasie einen eigenen Zauber ausübt. Die Skizzen sind kleine Kunstwerke dichterischer Prosa, reif und durchgeistigt und zugleich von einer edlen Einfachheit des Stils. Das Buch wendet sich an die jungen Mädchen, »die Jugendknospen der Menschheit. Für jene, welchen ein Walzer oder ein schönes Kleid alles gelten, sind meine Worte nicht. Noch für solche, die wie im dämmernden Schlaf im Dasein dahingehen, nicht nach rechts, noch nach links blickend, nicht fragend, nicht wollend, und an deren stummer Teilnahmlosigkeit sich das Schicksal vollzieht. Aber Euch Edelsten will ich dienen, die Ihr in Schönheit durch die rauhe Roheit des Lebens gehen wollt, Euch mit den glühenden, opfervollen Herzen, denen alles Beleidigende, was sie erblicken, nur den Gedanken der Güte an heilendes Bessere giebt.« Der Zweck des Buches ist ein erzieherischer, aber es ist nicht pedantische Schulmeisterei, die hier das Wort ergreift, sondern eine echte Dichterin, die von den Schicksalen der Frauenseele singt. Auch über die herben Erscheinungen des Lebens zieht sie keine prüden Schleier, doch wird die schöne poetische Form trotz des oft »naturalistischen« Inhalts stets festgehalten. Ein paar sinnige Märchen gehören zum Schönsten, was die Sammlung enthält. Für die jungen Mädchen, zu denen die Verfasserin in den oben zitierten Einleiteworten spricht, wird das Buch eine schöne Weihnachtsgabe sein.«

»Staatsanzeiger für Württemberg«, Stuttgart.

Tagebuchblätter einer Emanzipierten

von

Elsa Asenijeff

Preis brosch. M. 3,–, geb. M. 4,–