Und was steht nun alles vor dir, du Glücklicher, welche Pracht des starken Mannes . . . Nun laßt mich zu Worte kommen, die Freude überwältigt mich . . . Der Fürst also besichtigt das Gerettete, die Ballen und Möbel, er bemerkt deine Skizzenbücher, er interessiert sich für sie . . . Kurz, er fragt deinen Vater nach dir, er hört von deinem Leben, deinen strengen Grundsätzen . . . Man bringt ihm dein Werkchen »Sentenzen«, das der Vater mit seinen Juwelen im Panzerkästchen aufgehoben hatte. Der Fürst bittet es sich zur ausführlicheren Lektüre aus . . . Und am andern Morgen dringt er geradenwegs zu deinem Vater, voll Entzücken: er möchte dich selbst kennen lernen, einen so ausgezeichneten jungen Mann, ja er wünsche, dich beständig am Hof zu haben. Man berät sich. Der Sohn des Fürsten soll jetzt einen Erzieher bekommen, einen Begleiter auf seinen Reisen. Niemand scheint geeigneter als du, niemand würdiger. Mit einem Wort: du bist zum Lehrer des Prinzen ausersehn . . .
OROSMIN (als sei von einem Fremden die Rede):
Nein, wie das Schicksal spielt . . .
KLÜGRIAN:
Nebenbei Zeichenlehrer, doch vor allem Leiter der gesamten Einführung, der ganzen Kultur dieses Jünglings — mit andern Worten, wenn du dich behauptest, und das wirst du, der erste Mann in Kunstsachen am fürstlichen Hof. Kannst du fassen, was das bedeutet! Für dich vor allem — und dann für unsere Richtung. Wie man uns bisher aus allen großstädtischen Ausstellungen verbannt hat, wie die alte Clique auf allen Subventionen, allen Staatsaufträgen ihre Hand hielt. Und nun plötzlich, endlich anerkannt, in der Morgenröte fürstlicher Huld, alle offiziellen Wege uns geöffnet — was werden wir da leisten, wie werden wir zeigen, was in uns steckt, in der Jugend, wie werden wir steigen und die Welt umgestalten . . . Das war ja dein einziger Wunsch, Orosmin, erinnerst du dich noch an unser letztes Gespräch im Park, das war unser aller Wunsch. Und nun — erfüllt ist er mit einem Schlag . . . Oh, ich bin ganz außer mir . . . Und dazu trifft es sich so gut, daß ich jetzt gerade in Paris war. Ja, ich komme aus Paris, gefestigt, bestärkt . . .
OROSMIN:
Aus Paris?
KLÜGRIAN:
Ich habe mit den Indépendants gesprochen. Es herrscht nur eine Stimme unter den jüngern Malern: unsere Gruppe gehört zu ihnen . . . Oh, ich bin reif geworden, ich bin auf der Höhe . . . Synthetisch denken, das ist alles. Unsere Zeit hat keine Lyrik. Die Impressionisten waren Lyriker. Das Licht, die Luft sind lyrische Elemente in der Malerei, wie die Linie das epische Moment darstellt, die Fläche das pathetische, die Form das tragische . . .
OROSMIN: