«In Japan, Samurai», sagte das Mädchen ausweichend.

Achtmal wurde die Laterne draußen ausgelöscht und achtmal wieder angezündet, und Kiri hatte wieder zählen gelernt. Am neunten Tag fragte er abermals das Mädchen: «Wo sind wir in Japan?»

«Auf dem Biwasee, Samurai», sagte das Mädchen.

«Sind viele Menschen auf dem See?» fragte Kiri.

«Samurai, nur ich und du und die Ruderer und ein paar Diener deines Hauses.»

«Aber ich höre viele Menschen auf dem See.»

«O Herr, es sind nicht Menschen, die du hörst. Das sind die vielen Füße des Regens.»

Kiri schwieg noch einmal eine Nacht lang. Aber als die rote Laterne am Morgen ausgelöscht wurde und der letzte Stern aus der offenen Tür ging, richtete er sich auf und fragte: «Wo sind wir auf dem Biwasee?»

«Wir sind auf der Höhe von Karasaki, Herr», antwortete das Mädchen. Aber ihre Stimme war vor Schreck nicht mehr ihre Stimme, und das Rascheln der Seide ihrer Ärmel war lauter als ihre Sprache. Kiri mußte noch einmal fragen, um sie zu verstehen, und er richtete sich auf und befahl mit seinen Augen dem Mädchen, zu bleiben und ihn nicht mehr anzurühren. Aber er hatte ihr nicht befohlen zu schweigen.

«Bleib doch bei mir, Samurai», sagte sie lauter und flehend. «Sieh, es wird bald wieder Nacht draußen!» Und sie hob ihre weißen Händchen aus den Ärmeln und langte nach den Zipfeln von Kiris Ärmeln und hielt sie mit ihren kleinen Händen fester als ein Dornbusch.