Da lachte Kiri über die Kraft der kleinen Finger, blieb aufrecht sitzen und hörte für eine Weile wieder den Regen.
Das Mädchen schmeichelte ihm und legte die Wange an seine Wange und sagte: «Was willst du draußen, Samurai, wo es immer regnet?»
Und ihre Hände und ihre Stimme brachten es noch einmal fertig, daß Kiri nicht aufstand und bei dem Mädchen sitzen blieb und sich schmeicheln ließ und sie liebkoste.
Aber in derselben Nacht noch, gegen Mitternacht, als die rote Laterne vom Kiel die Diele des Goldlackhauses rot beleuchtete, sah Kiri eine zweite Laterne, eine gelbe, neben dem Kiel aufsteigen, und er erkannte, daß es der gelbe Vollmond war.
«Wie kann es regnen», sagte Kiri zu dem Mädchen, «wenn der Vollmond draußen neben der roten Laterne scheint?»
«Es regnet immer nachts über Karasaki», sagte das Mädchen und war zwiefach von der Laterne und dem Mond beschienen.
«Du hast zwei Farben im Gesicht, als ob du lögest. Ich höre keinen Regen mehr.»
«O, hörst du nicht mehr den Nachtregen über Karasaki?» sagte das Mädchen, öffnete den großen Fächer und hielt ihn gegen den Mond und gegen die Laterne, so daß ihr Gesicht dunkel war.
«Ich höre keinen Regen mehr. Laß uns aufstehen, ich will den See und die Ufer im Vollmond sehen.»
«O, höre doch den Regen!» flehte das Mädchen. «Bleib!» Und sie hob wieder ihre kleinen Hände, um ihn zu halten.