Da befahl Kiri ihr, die Hände in die Ärmel zu verstecken, und sagte: «Schweig!»
Zum erstenmal seit vielen, vielen Tagen und Nächten stand Kiri auf und fühlte wieder, daß er Füße, Knie, Schultern, Ellenbogen und eine atmende Brust hatte. Und aus dem schwülen Räucherwerk, das in dem Lackhaus brannte, trat er durch die offene Tür hinaus in das Boot, das sich bei Kiris aufstampfendem Gang tiefer ins Wasser drückte.
«Ich will nach Karasaki fahren!» rief er den Ruderern zu. Und als er sich gegen das Goldlackhaus umwandte, sah er oben auf der kleinen Altane des Daches sechs Frauen sitzen. Drei hatten kleine Holztrommeln, und drei hatten Mandolinen im Arm. Ihre Finger bewegten sich im Mondschein. Sie schienen zu musizieren. Aber seltsamerweise hörte Kiri keinen Ton mehr im Ohr, weder von den Trommeln, noch von den Mandolinen.
Kiri beachtete die Musikantinnen nicht lange, denn das Boot schoß jetzt auf Karasaki zu. Und ganz Karasaki schien ihn zu erwarten.
Auf vielen Masten am Ufer waren Laternen aufgezogen, und lange Ketten von farbigen Papierlaternen schillerten in der Luft und glitzerten im Wasser. Je näher sie kamen, desto festlicher hob sich das erleuchtete Karasaki aus der Nacht.
Kiri staunte eine Weile. Dann winkte er dem Mädchen, das drinnen noch immer auf der Diele des Boothauses hockte und sich nicht rührte.
«Komm und sieh, wie Karasaki uns empfängt!»
Ganz schwach hörte Kiri des Mädchens Stimme zurück:
«O, komm wieder herein, Geliebtester! Komm herein zu mir! Das ist der Nachtregen von Karasaki, der draußen im Mondschein glänzt. Es sind die Ketten der Regentropfen, die im Vollmond glitzern. Hörst und siehst du nicht den Nachtregen?»
Da stampfte Kiri ungeduldig, daß das Boot sich unter seinen Füßen noch tiefer ins Wasser senkte, und rief: