«Wird der Regen lauter? Ich höre ihn nicht.»
Dann hüllte das Weib sein Gesicht in die seidenen Ärmel und schluchzte.
Kiri fragte:
«Fürchtest du dich vor dem Tode?»
«O Herr, mit dir zu sterben, ist kein Tod. Aber ich fürchte mich vor der Ungewißheit, ob die Götter mich im nächsten Leben mit dir leben lassen. Wenn du wenigstens den Nachtregen über Karasaki wieder hören würdest, dann würde ich das als Zeichen nehmen, daß die Götter mir verzeihen und mich im nächsten Leben wieder mit dir leben lassen.»
Und das Mädchen legte seine Wange an Kiris Wange. Da war es dem Samurai, als ob ihm die Ohren auftauten, und er sagte:
«Ich höre den Nachtregen über Karasaki. Und ich höre, daß wir uns wieder sehen und wieder lieben werden.»
«O, Dank allen Göttern, und Dank auch dir, daß du mir verziehen hast, Samurai. O, könnte ich dir im nächsten Leben den Weg zum Krieg zeigen und dir dein Schwert wieder schenken.»
«Auch dieses werden die Götter erfüllen», antwortete Kiri, «denn wenn sie zwei Lebenden zwei Wünsche erfüllt haben, so legen sie die Erfüllung des dritten Wunsches als Göttergabe dazu.» –
Die beiden umarmten sich nicht mehr. Und der Samurai nahm sein Schwert, stellte es senkrecht gegen seinen eigenen Leib, drückte es an seine Eingeweide und zog den Harakirischnitt waagrecht durch seine Gedärme …