Aber jetzt kam Kiris Mutter an das landende Boot gelaufen. Sie schüttelte ihre Hände in die Luft und wehrte Kiri, er solle nicht landen, und rief:
«Kiri, flieh, fliehe! Die Soldaten wollen dich uns holen! Schwimm in den See hinaus! Der Biwasee wird dich verstecken! Eine alte Frau hat mir prophezeit, daß du unsterblich bist vom Tage an, wo du den See betrittst, aber daß du sterben wirst, wenn ein Krieg ausbricht und du ans Land kommst.»
«Mach deinen Sohn nicht feig, Wolke vor dem Mond», sagte der Vater zu Kiris Mutter. Und er zog sein eigenes Boot mit beiden Händen ans Land, erwartend, daß sein Sohn ihm folgen würde.
Aber Kiri, bleich und grau vor kleinlicher Furcht, schlotterte vor Angst und Kälte in seiner dünnen, blauen Leinwandjacke. Er tat, als wolle er aussteigen, aber als sein Vater fortsah, griff er nach den Rudern in dem Boote seines Vaters, stemmte ein Ruder auf den Kies und stieß sein Boot zwischen den andern Booten durch in den See hinaus und rief seinem Vater zu:
«Ich will mein Netz noch suchen, das draußen bei meinen Rudern schwimmt.»
In allen Kähnen, wo man die Unterhaltung des Alten mit dem Jungen gehört hatte, lachten die ernstesten Leute hell auf über Kiris feigen Rückzug.
«Er tritt den Krebsgang an», lachten einige Fischerburschen, die am Ufer standen und Uniformen anprobierten.
«Er wird wiederkommen», sagte der Vater dumpf.
«Er ist unser einziges Kind. Er braucht nicht in den Krieg», jammerte die Mutter. «Wir sind keine Samurais, die sich für andere töten lassen. Wir sind arme Fischersleute. Er soll nur sein Netz holen! Kiri soll nur draußen auf dem See bleiben, bis die Soldaten fortgezogen sind. Der See kann ihn ernähren.»
Kiri kam nicht am Abend und nicht am nächsten Tag und auch in den nächsten Wochen nicht mehr nach Hause.