Oizo dachte einen Augenblick nach, dann lachte er und sagte:

«Da ich die Prinzessin nicht liebe, wird mir der Hof doch nicht böse sein, weil ich den Wildgänseflug mit Lust an meiner Malerei malen wollte, und nicht mit Lust an der Liebeserklärung des Schriftzeichens.»

«Doch, doch», sagte sein Freund. «Du mußt fliehen, du mußt dich verstecken, bis der Tempel eingeweiht ist. Man wird den Saal der Prinzessin verschlossen halten und garnicht zeigen. Aber du mußt fortbleiben, bis man die Liebeserklärung der Prinzessin vergessen hat.

Ich rate dir, nimm ein Segelboot und halte dich einen Monat lang auf dem Biwasee versteckt. Auf dem weiten Wasser draußen wird dich niemand suchen, und du kannst den Booten ausweichen.»

«Ich trenne mich nur schwer von meiner Malerei», sagte der Maler Oizo. «Aber du hast recht. Ich will fliehen und will mich verstecken, bis der Saal der Prinzessin vergessen ist.»

Oizo verließ Kioto noch in derselben Nacht, kaufte sich ein Boot, das er mit Nahrungsmitteln versah, und zog dann hinaus auf den See.

Aber die Tage waren unfreundlich: es war Vorfrühling. Viele Tage lang lagen die Nebel wie Binden vor Oizos Augen, und er sah nichts und hörte nichts im Nebel als das Knirschen seines Bootes.

Eines Tages ließ er sein Boot treiben und sagte zu sich: «Ich will aussteigen, wo das Boot landet. Wenn ich nicht malen kann, tötet mich die Langeweile. Ich will wenigstens wieder einmal malen dürfen. Und wo jetzt das Boot landet, weiß ich auch, werde ich ein Bild finden, das mir längst in der Seele vorgeschwebt hat.»

Das Boot des Malers trieb im Abend an den Strand von Katata.

«O, unglücklicher Ort», sagte Oizo. «Soll ich also wirklich das Bild vom Flug der Wildgänse noch einmal malen? Ich will noch abwarten und sehen, was mit mir geschieht, wenn ich ans Land steige. Die Götter haben das Boot gelenkt, die Götter werden auch meine Schritte lenken.»