Der Maler stieg ans Land und ging über den leeren Strand, auf dem kein Schilf wuchs, sondern nur die gelben Schilfstoppeln vom Vorjahr standen.
«Hier sang das Schilf im Vorjahr, als ich fleißig war und Fische malte. Jetzt ist der Strand faul und tot, vom Winter verdammt, so wie man mich zur Faulheit verdammt hat.»
Plötzlich bückte sich der Maler und hob eine unscheinbare Seemuschel auf, die blau irisierend und rot irisierend mit weißer Innenschale und schwarzer Außenschale wie eine Blume hier zwischen den leeren Kieselsteinen am Strand leuchtete. Oizo wendete die Muschel in der Hand hin und her, schüttelte den Kopf, hielt die Hand an die Stirn und dachte nach und meinte zu sich:
«Wo habe ich nur diesen blau irisierenden Schein neben dem rot irisierenden Feuerschein hier in Katata schon einmal gesehen? Ich weiß gewiß, daß es in Katata war, wo ich diese beiden Farben unvergeßlich nebeneinander sah.»
Wie er noch dachte und seinem Gedächtnis noch nicht auf den Grund kommen konnte, kam ein japanisches Mädchen hügelabwärts zum Seewasser hin. Sie trug auf dem Kopf einen flachen Korb und schüttete den Inhalt des Korbes, der wie Erde aussah, ungefähr zwanzig Schritte von Oizo entfernt in den See.
«Was machst du da?» rief der Maler ihr zu.
Das Mädchen sah sich nach ihm um, streckte plötzlich die Arme von sich, stieß einen zischenden Schreckenslaut aus, als ob sie einem Geist oder einem Gott ins Gesicht sähe, hüllte ihr Gesicht in ihre Ärmel, kniete am Seerand nieder und steckte ihren Kopf ins Wasser.
Oizo rief: «Haben denn die Götter dir deinen Verstand genommen, weil du dich ertränken willst, Mädchen?»
Oizo sprang hin, und als er näher kam, sah er, daß das Mädchen sich eifrig das Gesicht wusch, und er erkannte an der einen Gesichtshälfte, die noch voll Ruß war, die Tochter des Töpfers, Graswürzelein, die aus dem Brennofen ihres Vaters die Asche in einem Korb an den See getragen hatte.