Und ich sagte plump zu meinem Freund: „Du verschanzt dich hinter vielen Worten, weil du ohnmächtig bist. Du redest von dem Wort Schöpfer und bist nichts als ein ohnmächtiges Geschöpf. Ich glaube dir nicht mehr. Es kann manches gut an deinen Erklärungen sein, aber seit Wochen hast du mich jetzt totmüde gemacht mit deinen immerwährenden Wiederholungen von Schöpfer, Geschöpf und Schöpferkraft.
Ich will und muß von der Kraft etwas erleben. Von deiner inneren Kraft bin ich überzeugt. Zeige mir jetzt auch äußere Kraft.“ Und ich fügte noch, ihn reizen wollend, hinzu: „Der neue Freund, den du mir neulich vorgestellt hast, der Schweigende, er sagte auch, solange du dich nicht als Schöpfer beweisen kannst, bleibst du ein weltabhängiges Geschöpf.“
Im selben Augenblick fuhr es mir durch den Kopf: Hat sich denn der junge Philosoph nicht längst als Schöpfer bewiesen, indem er die „Weltauffassung von morgen“ ausdachte; so nannte ich die neue Weltauffassung jetzt.
Aber ich übersprang diesen Gedanken rasch, immer auf die Wunder begierig, die mein Freund als Beweis seiner Macht vollbringen sollte.
„Du willst mich vielleicht gar nicht mehr als Freund anerkennen wollen,“ sagte er scherzend, als er sich verabschiedete, „wenn ich dir nicht ein Wunder zeige.“
„Nein,“ entgegnete ich, „ich werde mich für irregeführt halten, wenn du kein Wunder vollbringen kannst.“
Da sah er mich rasch an, und es war mir, als hätte ich ihn aufs Äußerste gereizt.
„Also,“ sagte er plötzlich unvermittelt, „ich werde es mir nochmals überlegen. Vielleicht kann ich, wenn ich nächstens wiederkomme, doch einige Wunder vollbringen.“
Diese Entscheidung setzte ihn wieder in meine Achtung ein. Wir trennten uns mit einem kurzen Kopfnicken.