Dann nahm er ganz vergnügt Abschied, und wir trennten uns. Nachher auf dem Heimweg hinauf zum Gut in der Stille des dunkelnden Heckenwegs atmete ich auf, als wäre ich einem Zauberer entronnen.

War die Welt nicht wundervoll, wie sie da im Sommerabend nach dem Gewitter in der gereinigten Luft vor mir lag auch ohne Wunder? War es nicht wundervoll, als Mensch zu wandern und sich Mensch und sich nur als Mensch zu fühlen? Warum sollte man fliegen oder Verwandlungen vornehmen?

Als wäre ich von einem Alpdruck aufgewacht aus einem quälenden Schlaf, so befreit fühlte ich mich jetzt auf dem Abendweg. In der Ferne stand der Schattenriß des Giebels vom Gutshaus am Bergabhang. Ein Lichtpunkt leuchtete auf der dunklen Terrasse. Am Himmel flimmerten ein paar vereinzelte Sterne.

War es nicht Wunder genug, zu wissen, daß man lebte?

Der Lichtpunkt auf der Terrasse und die Lichtpunkte der Sterne waren einander ähnlich, und doch wußte ich, die Lichtpunkte oben am Himmel waren riesige Weltenkörper, und auf der Terrasse unten stand nur eine kleine Petroleumlampe auf einem gedeckten Tisch, auf dem das Abendbrot wartete.

War das nicht Wunder genug, daß riesige Welten klein wie Lampen werden konnten, klein wie eine Lampe, die auf einem Menschentisch steht?

Beim feierlichen Bewundern der Lebensdinge werden alle Leben Wunder! Heute kann ich mir mein Empfinden in Worten ausdrücken. Damals genoß ich es ohne umfassendes Wort.


Einige Tage nach diesem Augustnachmittag war ich wieder in unserer Stadtwohnung, als der andere Freund, der Schweigende, zu mir kam und mich fragte, wann ich zum letztenmal den jungen Philosophen gesehen hätte. Derselbe sei nicht mehr ins Kolleg gekommen, auch wäre ihm nicht geöffnet worden, als er den Freund in dessen Wohnung aufgesucht habe.