»O, o,« seufzte Häcksel und starrte auf die in schwarze Schleier gehüllte Gestalt, an der unzählige stählerne aufgenähte Paillettensterne im Laternenlicht bläulich glitzerten. »Wer bist du?« fragte der Erwachte.
»Wer ich bin? Ich bin halt eine von der Gasse. Ach, du betrachtest meine Sterne am Gewand! Ja, ich stelle nämlich die Königin der Nacht vor. So heißt man meine Maskentracht.«
Verdutzt und verblödet vor Schwäche und Staunen schüttelte Häcksel den Kopf.
»Wenn ich nur was zu essen hätte,« murmelte er, »dann wär alles gut.«
»Wenn du ein Geld hast, gehst halt mit mir; ich bring dich schon wohin, wo du bald satt wirst.«
Erschrocken fuhr Häcksel mit den Händen um seinen Leib und tastete nach seinem Leibgurt, und er wurde kräftig, als er merkte, daß ihm die Silbergulden nicht fehlten.
Nachdem er verwundert zugesehen, wie ihm die Königin der Nacht geholfen, die Stiefel anzuziehen, wanderten beide nebeneinander weiter.
Aber vorher sah Häcksel noch etwas Schreckliches. Er erblickte durch die offenstehende Plankentür im Erdgeschoß eines Hauses einen großen fensterlosen Raum, dort stand ein glühender Ofen, und vor der offenen roten Ofentüre stocherte ein Mann mit zwei Gesichtern im Feuer herum.
»Was tut der dort?« stotterte Häcksel erschrocken.
»Komm weiter!« sagte die geheimnisvolle Schwarzverschleierte, »das ist mein Schatz gewesen, der war mit mir beim Tanzen heute. Aber ich laß ihn laufen, weil der arme Teufel kein Geld nie hat. Du bist jetzt mein Schatz, wenn du ein Geld hast. Aber erst zeigen!«