»Ich habe das Geld — das gar kein Geld war, von dem ich gar nichts ausgegeben habe, von dem ich mir nicht einmal ein Glas Bier bezahlt habe, — im Stollen ausgegraben und nicht geerbt,« schrie Häcksel.

»Hier hast du ein Stück Holzkohle aus dem Feuerbecken des Teufels. Mit diesem schreibe dein Geständnis an die Kalkwand des Stalles, damit die Leute dein Geständnis schwarz auf weiß haben.«

Dann, als Häcksel geschrieben hatte, sagte Petrus und hob den Zeigefinger drohend:

»Siehst du, mein lieber Häcksel, du hast es erleben sollen, daß unehrlich angeeignetes Gut nicht den kleinsten Genuß bereitet. Und daß Diebstahl einem mehr Mühe, Schweiß und Ärger bereitet als die härteste ehrliche Arbeit, das weißt du jetzt.

Da du aber im Leben bereits deine Tat gebüßt hast, will ich dir nun doch ein Begräbnis erster Klasse auf himmlische Staatskosten bereiten. Komm und steige in die Himmelskutsche, die vor der Stalltüre steht. Mit dir wird aber auch Zinnoberchen den Himmel und das Begräbnis erster Klasse teilen, denn der Pferdehuf hat sie auf deiner Stirn zertreten, als er dich traf.«

Da erst erfuhr die Flohbrut den Tot ihrer Mutter. Und nun duckten sie sich alle vor Schrecken. Und das Pferdeblut und das Menschenblut in ihren Leibern wurde ganz blaß, und sie sprangen für diese Nacht weit fort in das Bergwerk und kehrten erst nach Tagen in den Stall zurück, als man Häcksels Leichnam an die Erdoberfläche gebracht und dort wieder in die Erde gebettet hatte.

Dieses ist die Geschichte von Häcksel und den Bergwerkflöhen. Und wenn die Flöhe inzwischen im Bergwerk nicht doch ausgestorben sind, so leben sie heute noch dort, so frech wie damals.