»Laß mich, laß mich,« krächzte der Verwundete und wälzte sich zum Vergnügen der jungen Flöhe hin und her. Und er sah dann, wie der schwarzbärtige Andreas Hofer mit der Königin der Nacht zu ringen begann. Es wurde im Stall heller, weil die Nacht von Andreas Hofer besiegt wurde.

Dann nahte der vergißmeinnichtbekränzte Schutzengel und fragte Häcksel streng, ob er noch etwas zu gestehen hätte, er solle sich das Herz durch ein Geständnis erleichtern.

Die Flöhe verfolgten von den Pferderücken herunter dieses Theater im fiebernden Hirn des Sterbenden mit Spannung. Denn da sie ihr Lebenlang mit dem Menschenblut des Häcksels aufgefüttert waren, verstanden sie dieses Blutes Sprache gut und sahen alles, was der Sterbende zu sehen vermeinte.

»Ich wette, er wird nichts gestehen,« lachte der Jüngste der Flohbrut. »Gesteh nichts, sag nichts, es ist dein gutes Recht zu schweigen,« rief er mit Eifer zu Häcksel herunter.

»Nein, sage es nur! Er weiß es ja schon selber, daß du die Silbergulden aus dem blinden Stollen gestohlen hast,« kreischte der Chor der andern frech und lustig.

Häcksel schwieg und ächzte. Er schwieg auch, als alle Toten aus dem blinden Schacht mit vorwurfsvollen Gesichtern an ihm vorüberzogen.

Da winkte der Teufel in der Ecke des Stalles, und herein sprang der Höllenhund und stand wie ein großer Löwe mitten im Stall und schüttelte sich knurrend.

Aber zugleich kam auch ein Greis herein — das war Petrus — und faßte den Höllenhund an der Mähne, so daß er sich nicht auf Häcksel stürzen konnte.

»Gesteh, daß du das Silbergeld nicht geerbt hast,« drohte der glatzköpfige Petrus und griff nach der Stallaterne und drohte, daß er das Lebenslicht in der Laterne, das dem Häcksel gehörte, ausblasen würde, so daß der Halsstarrige dann vom finstern Höllenhund verschlungen werden müßte.

»Bravo,« lachten die Flöhe und höhnten, »siehst du, jetzt hast du dein erstklassiges Begräbnis im Bauch des Höllenhundes.«