Aber auch Flöhe bekommen nicht in allem ihren Willen. Häcksel wurde nicht ins Haftzimmer, sondern nur in die Polizeiwachtstube geführt. Dort fand die Flöhin gar nicht, was sie wollte.
Man gab Häcksel seinen Gurt zwar nicht zurück, aber man zeigte ihm denselben, und er erkannte ihn als den seinen.
Dann wurde ein Polizist beauftragt, Häcksel in sein Heimatdorf zu begleiten und dort in Erfahrung zu bringen, wie Häcksel zu dem Silbergeld gekommen sei.
Häcksel behauptete immer noch, er habe es geerbt. So kam Häcksel auf Polizeikosten zurück in sein Heimatdorf. Nach langem Fragen glaubte man endlich Häcksel, und man ließ ihn wieder seine Bergwerkarbeit antreten.
Zinnoberchen bekam inzwischen viele Junge. Es waren Flohkinder, von ihm, der damals in der Nacht über den Plankenzaun in den Hühnerstall geflüchtet war. Die Flohmänner waren ihr unterwegs alle wieder abhanden gekommen. Sie kehrte einsam und nur mit vielen Kindern beschenkt mit Häcksel ins Bergwerk zurück.
Häcksel aber bekam zwar jenen Geldgurt zurück, doch fand sich kein einziger Silbergulden mehr in dem Gurt. Die letzten waren auf der Polizei herausgerollt, und niemand wußte wohin.
Als Häcksel den leeren Gurt umschnallte, wurde er schwermütig. Er fieberte täglich heftiger und heftiger und wollte doch nicht sterben, da ihn kein Begräbnis erster Klasse erwartete.
Häcksel hat sich dann im Bergwerkpferdestall anstellen lassen und kam gar nicht mehr an die Erdoberfläche. Davon, daß er überhaupt nicht mehr die Luft wechselte und immer in der durchwärmten Schachtluft wohlbeschützt dahinlebte, heilte seine Lunge aus, und er genas von seiner Schwindsucht und dem Fieber.
Aber eines Tages schlug ihm ein Pferd, als er sich eben bückte, mit dem Hinterfuß vor den Kopf, da Häcksels Leibfloh das Pferd unsanfter als sonst in die Weichen gebissen hatte.
Eine ganze Nacht lag Häcksel in seinem Blut unter dem Pferd. Niemand war da, und nur die Flöhe sahen von allen Pferderücken herunter neugierig zu, wie so ein Menschenvieh endlich einmal stirbt. Sie lachten und kicherten, bissen in die Pferdeweichen und hatten es wunderschön, indessen Häcksel nochmals die Nacht durchlebte, da er alles Geld verloren hat. Der Teufel mit zwei Gesichtern setzte sich auf eine Pferdekrippe in die Stallecke, wo der rote Laternenschein den Stall schwach aufhellte, und von der Decke über dem Heu, wo die Spinnweben dick festhingen, löste sich die Königin der Nacht los und krallte eine Hand in Häcksels Kopfwunde, die ihm der Pferdehuf geschlagen hatte.