Horst findet Strempel, den schrägäugigen, bei dem Baron. Mit seinem „komplett“ hat er aufs neue der Meinung und dem Willen des Herrn sich zugeschworen. Eine kleine Genugtuung ist das. Und die Dumpfheit ist wenigstens im weichen. Horst aber findet, daß in den schiefen Lidern und all den Falten des verkniffenen Gesichtes etwas lauert. Darf er es sagen?
Die Herren sitzen beisammen. „Ja, Horst, ich gehöre nicht mehr in die Zeit. Abgetan — spurlos. Mitleidlos. Nun selbst zum Schutt, zu den Scherben geworfen.“
Horst kam von der Zyklopenarbeit des Felsenrückens. Seine Muskeln zitterten. Sie wußten von Männerkraft und Männerglauben.
„Ein glatter Überfall ist dies. Krieg um des Krieges willen. Die Verständigung planmäßig hintertrieben. Sie wollen den Bruderkampf. Wir müssen ihnen das Handwerk legen.“
Auch hier gelte es, ein Beispiel zu liefern! Und den Arbeiterführern, die die Welt unter sich zu verteilen anfingen, sollte denn doch um ihre Gottähnlichkeit bange werden.
Horst stellte dem Baron seine Siedler als Nothelfer zur Verfügung. Alle würden sie Hand anlegen, die meisten von ihnen wären mit der Landwirtschaft vertraut. Die Frühjahrsarbeit sollte weitergehen — und lange Gesichter würden ihr zuschauen!
Und in die großen schweren Augen des Barons kehrte ein Leuchten zurück, abendlich und weh, aber sie hatten doch wieder lebendigen Schein. Die alte Kampfnatur reckte sich in die Höhe. Er gab als Herr seine Anordnungen für den folgenden Tag.
Horst brachte in seiner Körperschaft die Angelegenheit zur Sprache. Helle Hilfsbereitschaft leuchtete auf. Nur in Mulitz, dem Maurer, und in Metzling regten sich genossenschaftliche Widerstände. Aber die Einmütigkeit verschlang sie. Schon in der Nacht fanden die ersten Siedler auf dem Hof sich ein, das Vieh zu besorgen. Mit dem Morgengrauen war die Mannschaft auf den Kartoffeläckern. Die Pflanzmaschinen waren in Betrieb gesetzt, fröhlich ging die Arbeit von statten. Am Wegrand zeigten sich verdrossene und drohende Gesichter. Streikende Landarbeiter, denen ihre Macht aus den Händen geschlagen war.
Kunz sang ihnen lustige Kartoffellieder vor. Wie Knollen flogen die knolligen Reime ihnen um die Ohren. Wütend schlichen sie beiseite.
Dann rotteten sie sich zu Hauf. Den Siedlern, diesen „gottverdammten Hunden“ sollte es ans Leder gehen. Die Hitzigsten wollten auf der Stelle gegen sie losbrechen. Den Bedächtigen gelang es, den Sturm zu beschwören. Aber am Abend, in der Dunkelheit, sollte es den Heimkehrenden eingetränkt werden! Daß sie das Wiederkommen vergäßen!