Und zwischendurch hielt er inne und sprach schwer: „Haben Sie schon mal einen Menschen erwürgt — erwürgt mit eigenen Händen?“
„Nein, Herr Major —“
„Einen Deutschen! Ein Deutscher einen Deutschen! Eine Zeit apokalyptischer Greuel!“
Dann steuerten sie hart und schnell einen anderen Kurs. Zwangen sich zur Nüchternheit. Sprachen von wirtschaftlichen Dingen.
Was wird aus all den entlassenen Offizieren und Unteroffizieren, aus all den Kämpfern, die der Krieg erwerbslos gemacht hat?
Land wird gebraucht. Ein eigenes Stück Erde — ist das nicht der Inbegriff des sozialen Heils, weil hier ein seelisches Gut eingeschlossen ist?
Siedlungsland müssen die großen Güter hergeben. „Ich will der erste sein und ein Beispiel“, sagte Herr von Borkhus.
Er hatte gesehen, welch leuchtende Augen der Gedanke an das eigene Land in Horst Oldefeld entzündete, dem armen, verwehten Offizier, ohne Heimstätte, ohne Familie.
Er hatte ihn liebgewonnen in den wenigen Stunden. „Wenn Sie wollen, sollen Sie sich hier anbauen.“
Und im Laufe der Tage wurde schnell das Nötigste abgemacht. Baron Borkhus gab freudig. Einen kräftigen Zipfel schnitt er ab von seinem Besitztum — Kulturland und Heide zum Urbarmachen, ein Kieferngehölz und ein großes Stück Moor.