Jetzt sieht er Blut über den rechten Stiefel des Herrn sickern. Er steigt über die Leiche, die ihm ein Hindernis ist und weiter nichts.

„Herr Baron, Sie sind verwundet.“

„Bin ich?“ und als sei dieses unwesentlich, rührt er sich nicht, starrt und versinkt in die Worte: „erwürgt hab’ ich ihn.“

Nun ja — ein Toter — es ist Aufruhr, es ist Krieg. Empfindeleien kennt der Inspektor nicht. Er bleibt bei der Sache. Beordert ein Fuhrwerk in die Stadt, den Arzt zu holen — führt den Herrn in das nächste Zimmer — entkleidet ihn — verbindet die Wunde.

„Grad in das infame Bein“, stöhnt jetzt der Baron. „Nun es geht in einem hin.“ Aber er bleibt nicht lange bei sich selber und starrt dann wieder.

Drei Tage später kam Horst mit seinem Trupp.

Der Arzt hatte den Baron ins Bett gesteckt. Die Wunde, an sich nicht schlimm, verlangte Schonung. Horst saß an seinem Lager.

Sie sprachen vom Krieg. Aus der unsäglichen Schmach dieser Zeit flüchteten sie in die blanken Tage der Ehren.

Der Baron hatte als Major an der Somme gefochten, durch alle Grauen war er gewatet, durch die Schlammbäche in ihrer Hochflut von Blut, die mit Tornistern und Kochgeschirr Leichenfetzen und zerrissene Glieder mischte.

Welch ein Gefühl der Weihe hatte sie doch getragen, daß all dies Entsetzen sie nicht mit Wahnsinn schlug!