„Meinen Muz?“
„Hunde kann ich nicht leiden.“
Er starrte in ihre graugrünen Lichter. Bist Du es nun doch, eine Katze auf der Seelenwanderung! Dann sprach er beruhigt, mit siegender Gelassenheit: „Sie haben noch nie in ein Hundeauge gesehen.“
„Ich mag die Köter nun einmal nicht. Nicht ihren Geruch. Nicht ihr Schweifgewedel, nicht ihre geprügelte Treue.“
Kunz lehnte sich zurück, heftig, über das Gleichgewicht und taumelte ratlos benommen. Eine Rede der Verteidigung? Was nützt hier — und anderswo — alles reden. Erleben soll sie Dich, Muz. Und sich zu Dir bekehren. Aber seinen Stoß hatte er weg. Und seine Zärtlichkeit trug eine Wunde.
Die mußte erst ausheilen. Heute würde es nun doch nicht mehr das Rechte mit ihm und seinem Mädchen. Er war nicht trostlos, als der Pastor und Horst ihnen in den Wurf kamen, die nach Moordorf zuschritten. Lieferte das Kind an den Vater ab und zog allein seine Straße. Er sehnte sich nach Muz, nach seinem Auge. —
Allein wanderte dann auch Horst weiter. Zum Torfmeister und zu Lona ging sein Weg. Sein Schritt war langsam und schwer.
Mit Feldblumen hatte der Alte die Tote bedacht und besteckt. „Blumen aus dem Moor“, sagte er. „Im Tode haben die beiden sich gefunden.“
Er wirkte und wallte umher wie ein Priester. Von der Leiche trennte er sich nicht, er gab sie nicht her für Horst zu einsamer Andacht. Manchmal schoß auf den, wie auf einen Fremden, einen Eindringling, einen Feind, ein fast böser drohender Blick aus den roten Lidern.
Horst stand vor der Toten. Nicht erlöst sind Deine Züge. Um Deinen Mund das Lächeln — es hat nichts Verklärtes — leidenschaftlich und leidend. Dein Los hat sich Dir nicht erfüllt. Sehr viel Sehnsucht trägst Du mit hinaus. Auf den dunklen Fittichen quälender Fragen bist Du emporgerauscht. Jetzt — jetzt wandelst Du im Lichte der Antwort.