Dankwart hat dafür kein Wort. Er wendet dem Heischenden den Rücken und legt beide Arme auf die Maschine.
Der Franzose zischt wie eine Natter — packt Dankwarts Schulter — der schüttelt ihn ab, daß er taumelt.
Da, in maßloser Wut hebt der Franzose den Stock und schlägt Dankwart über den Kopf! Dankwart, den Krüppel!
Ein dumpfer Aufschrei preßt sich aus all den Herzen, den Kehlen —
Horst — schon hat er den Burschen am Kragen — holt ihn sich hintenüber — reißt ihm den Stock aus der Hand — legt ihn sich übers Knie und läßt seine Hiebe auf ihn hageln.
Blitzschnell das alles. Der Engländer steht regungslos. Die Sergeanten wollen zuspringen. Die Hand mit der Shagpfeife weist sie zurück. „Fair play!“ Um den breiten Mund ist das Lächeln einer ehrlichen kleinen Teufelei.
Blitzschnell ist es vorüber. Atemlos, im Bann, in verzücktem Schweigen — so haben all die Herzen, die Hirne das Bild getrunken. Sie haben es, sie halten es, verwachsen ist es mit ihnen.
Jetzt, da Horst den Gezüchtigten beiseite geschmissen hat — da dieser mit schäumendem Mund und irrem Auge die Pistole aus dem Gürtel reißt — mit donnerndem Hurra sind all die Siedler den Berg hinaufgestürmt.
Der englische Hauptmann hat den Arm des Verstörten genommen. Sein „we shall see!“ kaut er und führt ihn gemessen den Berg hinunter, zu ihrem Auto.
Ein Jubel hat sich aufgemacht wie eine Windsbraut. Das große Meer des Zornes eines edlen, mächtigen, geknechteten, geschändeten Volkes — hier schlägt es seine Wellen empor, himmelan. Sie klatschen in die Hände, sie umarmen sich, sie brausen, sie taumeln unter Weinen und Lachen. Muz wie ein Feuerrad rast um sich selbst — man sieht nur ein tosendes Rund und sprühende Funken. Ein donnerndes Rollen steigt zum Firmament. Lud Uhlenbrook lacht und lacht aus vollem Herzen — so brüllt das Glück. Außer Rand und Band ist die ganze sonnenselige Welt. Das blanke hohe Himmelszelt spannt sich zum Zerspringen — zerreißt es nicht — bricht nicht ein Blitz aus dem Blau — ein Gottesantlitz?