„Du — Gisbert — das Wahre kommt ja erst!“ rief Kunz ihm nach. Aber Gisbert schlug schon mit der Axt, und die Späne sprangen.

Kunz sägte mit dem Balbutz. Da waren die richtigen Kumpane beisammen, doch die Arbeit flog.

„So sind sie nun, die Bramaputraleute.“ Kunz schnob vor sich hin. „Jedes Lebewesen ist heilig! hat er mir eingeprägt. Und wiederum hat er mir eingeprägt: in jedem unserer Träume ist eine Wahrheit. Nun also! Und jetzt nimmt er Reißaus vor seiner eigenen Glaubenslehre.“

Gisbert ließ im Arbeitseifer nicht nach. Eben weil sie ihn für einen Träumer hielten — wie gern nannte Kunz ihn die Lotosblume — eben deshalb wollte er hier seinen Mann stehen.

Horst nahm sich den heiligen Josef vor. „Wir müssen uns nach dem Befinden unseres Patrons erkundigen. Wollen wir nicht unseren Gisbert dazu bestimmen! Er ist ja wie im Fieber und schuftet sich hier glatt zuschanden.“

Gisbert zuckte mit den Brauen bei dem Auftrag — er fühlte eine Bevorzugung und Entlastung. Aber die Disziplin saß ihm im Blut. Das Wort des Werkführers galt. Nun war er auf dem Weg nach dem Gutshaus. Bald, nach einer kleinen Stunde schon, kam er zurück. Wie schreitet er bloß, dachte Kunz. Als ob er auf Wolken wandele. Und weiter forschte Kunz, der ihn so gut kannte: Was hat er in den Augen? Ist das nicht wie ein großer seliger Schreck?

Und dann bestellte Gisbert, dem Herrn von Borkhus ginge es gut, seine Tochter, Frau von Mönkhov wäre gekommen. Beide bäten Horst, Dankwart, Kunz und ihn selber, abends eine Tasse Tee im Gutshaus zu trinken.

Die Tochter des Herrn von Borkhus — nun wußte Kunz, wovon sein Gisbert so selig, bis in die Seele erschrocken war. —

Sie machten sich fein zu dem Abend, Horst, Gisbert und Kunz. Dankwart konnte von seinen Modellen und Tabellen nicht fort.

Borkhus war auf den Beinen und empfing sie. Seine schweren Augen leuchteten gesund unter dem weißen Turban des Verbandes.