„Hast Du nie von Seehasen gehört?“ Aber mit seinen Witzen kam Kunz hier nicht durch.
„Du weißt, wie ich über Wildern denke.“
„Drück mal ’n Auge zu. Die Viecher sind aus dem Dünengelände. Über die Jagdberechtigung streiten sich seit Anno Priemtobak Stadt und Staat. Wem habe ich sie also weggeknallt? Keinem. Die Jagd ist strittig — die Hasen sind es nicht. Habemus.“
Lona und die Landarbeiter
Die Roten legten sich kräftig ins Zeug. Zur Gründung eines Landarbeiterbundes wurde in dem zweiten großen Saale der Stadt eine Versammlung abgehalten. Horst ließ es sich nicht nehmen, sie zu besuchen. Der heilige Josef und der Balbutz begleiteten ihn.
Sie kamen spät und fanden in einer Ecke noch notdürftig Platz. Hier walteten keinerlei Gedanken an ein Rauchverbot. Höllenkräuter waren entbrannt. Verzweifelt kämpften Nase und Augen und erlagen ehrenvoll.
Es saßen fast nur Männer im Saal. Die wenigen Frauen duckten und verkrochen sich, als wären sie auf gefährlichen Abwegen. Auch von den Männern hockten einige Alte da wie ein Haufen Unglück. Ganz unheimlich war ihnen diese Staatsaktion. Mehr als einer bangte wohl um Kopf und Kragen.
An einem Tisch hatten sie sich erst Mut trinken müssen, zu so schauerlicher Verschwörung. Und befreiten sich mit sachten Witzen aus ihrer Beklemmung. „Korl Du moest betahlen. Ick häw mien Portmonee to Huus vergeten — wiel nicks in is!“
Auf einen alten unanfechtbaren Sinnierer redeten Jüngere glaubenseifrig ein: „Nu sast sehn, Vadder Jahn — nu wad allens ümrührt, un denn wad ’t anners in de Welt.“
Er schüttelte den Kopf. „Anners? Rührt ji so veel ji willt. Fett schwemmt ümmer baben!“