Der Vater fährt ihr über die Stirn, die kraushaarige. „Meine Katz im Schürzenlatz! Ist das nun so schlimm?“
„Ach ja, Vater.“
„Dieses „ach ja“ hat es in sich. Sie verwünscht ihr Geschlecht. Als es in den Krieg ging, wollte sie absolut mit. Vierzehn Jahre und ein Mädel. Festbinden mußte man sie.“
„Ich wär da draußen schon was nutz gewesen. Und hätte ich Euch bloß Kugeln in die ersten Reihen getragen. Wie die Johanna Stegen.“
„Ich trau Dir nicht. Du hättest mitgeschossen.“
„Vielleicht.“ Und dann sagte sie: „Nun, das nächste Mal.“
Das nächste Mal. Dieses unheimlich große Wort — in der kindlichen Leichtherzigkeit, die es sprach, war doch der Klang aus tiefster Qual. Die die Mädchenseele schlug, wie die Männerherzen.
Das nächste Mal! Wie ein Denkmal stand vor ihnen dieses Wort. Furchtbar und erhaben. Gebaut aus schwerster Not und düsterster Notwendigkeit und gekrönt mit Flammen.
Die Goldberge
Lud Uhlenbrook hatte ein Grab geschaufelt. Frühling der Mörder — mit allem, was nur noch wenig Leben hat, macht er ohn Erbarmen kurzen Prozeß.