Ein bißl Sturm wären wir gewöhnt im Waldland.
Ist auch nicht bloß deswillen, mein Freund. Der wilde Gesell hat ein Völkl Leut hereingetrieben über den Berg, die suchen sich einen grünen Schirm in den Fichten und sind justament dabei, ein Feuer anzulegen am Waldrand. Jetzt – wenn da ein Heger kommt, so gibt's einen Lärm. Den ganzen Wald können sie einem zusammenfeuern über dem Kopf.
Sind Zigeuner, Hahndl; die kennen wir. Die streuen mit der rechten Hand ein Futter und mit der linken drehen sie Dir, derweil Du pickst, den Hals um.«
Der Wind reißt dem Bornständer den Strahl vom Mund, schlägt ihn zu Tropfen und sprüht ihn über den Trogrand auf die Fliesen. Dem Zachenhesselhans reißt er die Joppe auf und will ihm die Kappe vom Kopfe zerren.
»Darauf warten wir nit,« sagt der, geht ins Häusl und schiebt den Holzriegel von innen vor die Tür. Ein Reisigfeuer hat er sich angezündet im Kachelofen, und nun legt er gespaltenes Stockholz in den knisternden Brand.
Wie auch das Morgenpfeiflein in Ordnung gebracht ist, gibt der Zachenhesselhans den Zeisigen das Ihre, pafft den grauen Tabakrauch gegen die Fensterscheiben und schaut dem dünnen Nebel zu, den der Wind wie gehetztes Wild die Halden hereinjagt.
Da hat einer schon manchmal zugeschaut, aber die Zigeuner – so bequem haben die's dem Zachenhesselhans noch nicht gemacht, denkt er.
Drüben am Waldrand über dem Hau hocken die Kinder im feuchten Gras und ziehen die Säcke und Tücher, die sie über den Schultern tragen, fester zusammen. Ein Loch sticht der Mann in den Boden; die kalten Schollen baut er als ein Mäuerlein darum. Und der andere schlägt mit der Axt Reisig vom fichtenen Kleinholz und macht eine Streu rings um das Loch.
Jetzt – ein dichter Qualm quillt daraus hervor und steigt als gelblichgraue Säule ein Stück in die Luft. Wie die der Wind bemerkt, reißt er sie in Fetzen und wirft die Stücke in den Wald.