»Hast was vergessen?«
»Zu sagen, daß es einen Schnee wirft, Hans-Tonl, einen munteren Schnee!«
Der Zachenhesselhans leuchtet dabei auf seinen Joppenärmling, schaut die glitzernden Sternlein, die daraufsinken, und der Hans-Tonl streckt die beiden Arme in die Nacht. –
Zwei Tage lang fiel er, fiel aber nur einen Fuß hoch und sank gleichmäßig über Berg und Wald.
Die Fichten neigten die Wipfel ein wenig, zogen sich den weißen Pelz um die Schultern und schliefen.
Die Fährten des Wilds liefen über die weiche Decke, die kein Menschenfuß zertrat.
Ab und zu klang eine Schlittenglocke von der Straße herein gegen den Wald. Ab und zu fiel ein Schnee aus einem Wipfel. Der Wipfel schwankte ein wenig und schwankte sich wieder in den Schlaf. Ab und zu flog ein Rabe über den Wald. Dann schlief wieder alles – die Luft und der Wald und der Berg und das Haus, das daranlehnte. Nur aus dem Schornstein stieg ein Wölklein blauer Rauch: des Hausfleißes friedlicher Bote.
Am dritten Morgen schritt der Postbote hernieder durch den Schnee.
Hui, machte der Zachenhesselhans und griff nach dem Wandbrette, auf dem die Trunkelbeerflasche steht.
»Sogar einen Brief kriegen die Leute am Sonnenwirbel? Das ganze Jahr bist nit gekommen und nun – Warum hast Dir's denn just bis zum Winter aufgehoben?«