»Zachenhesselhans, das wär' gar so viel frevelhaft, wenn's erlogen wär. Um unsres lieben Herrgotts willen, wie hast aber das angestellt?«

»Sel wär mir wahrlich nit eingefallen. Und das Häusl? Das hab ich fei noch nit einmal darum befragt.

Aber: gedroht hat's ja schon einen Sommer lang. Weißt nit, Hans-Tonl? Justament auf jenen Tag, wie ich den Landfahrer hab' den Berg heraufschnaufen hören, damals hab' ich mir einen Stämmling gehauen im Wald. An den hat sich's ein Eichtl angelehnt die Zeit her. Nun aber, wo sich's ein paar Kraxen Schnee hat aufgeladen, ist's ihm zu viel worden.«

»Jetzt: wenn's nun einmal ist – wie kommt denn das halbe Oechsl dazu, davonzulaufen?« fragt der Hans-Tonl, während sich das Wawrl auf die Ofenbank setzt, das Fürtuch fest um die Schultern zieht und die rechte Hand dabei unter dem Tüchl aufs Herz legt, um zu wissen, wie stark das Sturm zu läuten hat in der Brust.

»Eine Pfeif Tobak, wenn Du mir leihen wolltest, Hans-Tonl?« sagt der Alte und zieht die Pfeife aus der Tasche. »Daß der Zachenhesselhans seintag einmal auf die Schweinsblase vergessen könnt', hätt keiner gedacht.«

Der Hans-Tonl reicht dem Alten seinen Beutel, und während der sich die Pfeife füllt, sagt er:

»Ein Oechsl sollte doch herein ins Waldland, ein Simmenthaler, Hans-Tonl, weißt's nimmer? Und der Zachenhesselhans wollt so seine siebzig, achtzig Gülden dafür zusammensparen: das Taglohn für ein Holzrucken den Winter über, und das Taglohn, was Du mir zu geben hast, und was einer sonst noch zusammenträgt, das wollt ich herleihen fürs Oechsl. So hätt ich das vordere Stückl vom Sakra schon zusammengespart. Wenn einer aber das Häusl mit einem Hundert Silbergülden stützen muß, daß es so gut is und nit völlig zusammenfallt – für das Oechsl wird da fei nix bleiben.

So, und nun: bitten wollt' ich, daß Du mit hinübergehst einen Sprung; wir müssen ein Stämml unter die Dachecke geben dieselbige Nacht. Nit ein Stück Holz hab' ich daheim; wer denkt denn auf so was? Vom Bau her lieget bei der Höll noch etwelches, das man zuschneiden könnt.«

Der Hans-Tonl hat die Kniestiefel unter der Ofenbank hervorgetan, und das Wawrl nimmt aus der Hölle hinterm Kachelofen zwei Hände voll kurzes weiches Haferstroh. Damit soll der Hans-Tonl die Stiefel füttern. Und das wollene Knüpftüchl, das zusammengelegt über dem Wäschestängl hängt, reicht ihm das Wawrl auch.