Ja, die »Rote« hat das Kalbl; das steht schon angebunden in der Ecke des Stalles und wird sich wundern über die frühlingsgrüne Bergweide, die sie ihm dieses Jahr zurichten.
Die Weihnacht macht sich auf und schaut von Ferne – aber es fällt doch schon ein Glänzen aus ihrem Blick herein in die niederen halbverschneiten Fenster.
Plattgold und -silber knistert auf dem Tische: der Zachenhesselhans putzt die Pyramide für die heilige Nacht, die der Staub ein Jahr lang mit leisem Grau verhängt, um die die Spinnen gesponnen haben.
Sie flimmert und glänzt schon, und die Hülsen für die Kerzen setzt der Alte an, und er bringt die Jagd und die Holzhacker in Gang, die sich als Holzfiguren auf der Drehscheibe über der Pyramide befinden und die, wenn der warme Strahl der Weihnachtslichter sich von unten her hinantastet und seine goldenen Finger daranlegt, zu drehen anhebt.
»Eine Not hat keine Statt mehr in den Berghäusln, Hans-Tonl. Weißt warum? Weil ein Vieh in den Ställen steht, das gibt Milch und Butter, und wenn die Wege baumhoch im Schnee liegen. Und ein Mehl ist im Sack und Eier hat das Wawrl in dem irdenen Asch zwischen Haferkörnern aufbewahrt. Da bleiben sie frisch und gut und machen mit Safran den Festkuchen gelb.«
Und der Weihnachtstag geht still herein in die verschneite, schlummernde, märchenschöne Winterwelt des Waldlands.
Der Duft von frischem Kuchen spinnt durch das Haus.
Knisterndes Stroh deckt die saubere Diele: im Stall, darin des Menschen Sohn das Licht erblickte, hat's auch ein Stroh gegeben.
Und in die Dämmerung fällt der strahlende Schein der Weihnachtskerzen, und in die Dämmerung klingen die Feierklänge des Liedes von der stillen, der heiligen Nacht.