Sie lächelt dazu.
»Wenn sie Ernst machete,« sagt der Zachenhesselhans und blinzt sie an, »so wär' uns geholfen.«
Aber sie zieht den Wolkenvorhang wieder zu.
Und weil das Schneien noch nicht wieder angefangen hat, versuchen die in der Hölle, die Lasten des aufgetürmten Schnees – sie haben Leitern darangelegt – von oben aus über den Hang gegen den Wald hinabzustürzen; oder sie schlagen mit Spaten und Hacke einen Stollen quer durch den silbernen Berg, den sie bis hinab führen in den Wald, damit sie einen Weg gewinnen, auf dem sie mit dem Schlitten den Schnee fortfahren können, der ihnen den freien Raum vorm Haus zuschütten, die Fenster verbauen, die Türen versetzen und das Taglicht abdämmen möchte.
Und die Tage gehen langsam wie die Wanderer, die ihren Weg durch das verschneite Waldland nehmen müssen.
Kein Häuslein am Berg weiß vom andern: mannshoch hat sich der Schnee dazwischengestellt, und die Menschen, die in dem einen Hause wohnen, reden von denen in dem andern, wie von fernen Freunden.
Was werden sie jetzt tun? fragen sie.
Einen Hafer schlagen wird der Helari. Der Wurzltonl schnürt die Kräuter zu Bündeln und kocht Magentropfen oder schmilzt eine Wundsalbe. Das Fanele setzt sein Linnen und seinen Peterl instand; lächelnd und still bereiten sie zur Hochzeit. Die Gitarren hängen in diesen Tagen nicht lange an den Wänden. Die klingen zu den Liedern, die der Hans-Tonl gedichtet hat.
In allen Häusern des Waldlands sind sie lebendig. Auf Postkarten fliegen sie hinaus in die Welt, bringen sie die Touristen mit heim von der Bergfahrt.
Aber an den Sänger denkt keiner, nur an den Viehbauer oder an den Holzer denken sie und die Fremden, die seine Lieder im Neuen Haus mitsingen, die wissen nicht, daß der Dichter im verschneiten Waldhäusl sitzt und auf ein neues denkt. Und die Leute an der Berghalde fragen sich auch, ob die »Rote« in der Höll nun das Kalbl hat.