Wie der Dünger über das borstige Gras der Halden gebreitet war, über das noch nie eine Sense gesungen, rüsteten sie am Zechenhaus zur Arbeit.
»Ein Vieh in den Stall zu nehmen, dazu ist der Zachenhesselhans zu alt geworden und – wir wissen's eh – sechs Stück in dem einen der Hölle und die Ziegen, dazu die Schweine im Stall, die brauchen zwei Männer. Freilich: einen Mann tät das Wawrl stellen; aber, es kunnt die Zeit kommen, in der die blonde Frau ein Kindlein zu wiegen hat. Und so eins will die Mutter ganz. So ist der Zachenhesselhans in der Hölle wohl nötig und einen Knecht zu machen, dazu taugt er noch, wenn er gleich morsch zu werden beginnt.« –
So stützten die Männer vom Sonnenwirbel und aus den Haldenhäusern das wankende Fachwerk über dem zusammengestürzten Gemäuer, legten noch einen Teil davon nieder, der über Winter rissig geworden war, und wie der letzte Frost aus dem Lande gezogen, gingen sie daran, Stein auf Stein zu fügen und die Mauern zu richten.
»Leutln,« sagte der Zachenhesselhans, »fein verputzt werden die Wände und getüncht und ein sauberes Muster wird daraufgemalt, blau oder grün. Und in die Sonnenwirbelseite bauen wir ein Fenster ein, und vorn nach dem Walde zu ein gleiches, so gibt's ein Stübl, ein feines.«
»Hui,« sagt der Helari, »will sich denn der Zachenhesselhans noch ein Weib nehmen ins Zechenhaus?«
Da lächelt der Alte.
»Ein Eichtl spät wär's, Helari. Aber das Häusl muß einer ausnützen, insonderheit, wenn er sich zum Aufbau ein Geld hat leihen müssen. Viel is nit, aber fünfzig Gülden wollen abbezahlt sein. Und so viel wird's werden. Mußt doch auch eine Diel hineinlegen, eine feine, und die Säuställe herausbrechen. Die Tröge, die übrig werden, hat mir der Hans-Tonl abgekauft.«
»Nu, und dann?« fragt der Helari verwundert. »Die Bettstatt hätt doch im andern Stübl Platz genug gehabt? Wenn der Zachenhesselhans aber wohnen will, so muß doch auch ein Ofen herein?«
»Da bist wieder auf dem Holzweg, Helari. So is das nit gemeint. Eine Sommerfrischen soll das geben, und fein wird's. Denkst etwa: darin kann sich einer nit ausruhen, wenn er aus der Stadt kommt? Zu dem Fenster drüben schaut die Morgensonne herein, und an das Fenster vorn rauscht der Wald des Abends ein Schlaflied her. Wenn einer müde ist von dem Rasseln und Mühen und Hasten in der Stadt, so kann er hier ausrasten. Und ich mein': wie das Neue Haus den Sommer über voll ist von Leuten, die die Ruhe suchen im Waldland, so kann sie einer hier auch finden.«
»Schlafen will solch einer aber auch, Zachenhesselhans, und ein Bett müßt schon herein, wenn Du das willst.«