»Den Weg wird einer wissen wollen ins Tal oder auf den Berg,« meint der Peter Einräumer.

Aber das »Herein« vergessen sie zu rufen und gucken alle nach der Tür, denn es muß doch jemand hereintreten. Kommt aber keiner.

So öffnet das Fanele ein Eichtl und lugt hinaus.

»Guten Morgen,« klingt draußen eine Stimme. »Auf dem Neuen Haus hab' ich erfahren, daß Sie hierherum in den Häusern an der Halde ein Zimmer zu vermieten hätten.«

Die Leute in der Stube schauen das Stadtfräulein mit großen Augen an.

»Ein Zimmer zu vermieten?« sagt die Mahm und lacht. »Ein Zimmer is das fei nit. Aber auf dem Zechenhäusl, was voreh der Stall is gewesen, da will der Zachenhesselhans jemanden hineinnehmen.«

»Ein Stall, sagen Sie?«

»Müßt nit so reden, Mahm,« schilt das Fanele. »Wollen Sie sich nit setzen, Fräulein? Ein Stall is das fei nit. Aber ein schönes Stübl ist es, blau gemalt, ganz neu, und eine neue Diele darin und zwei schöne Fenster auch. Wenn Sie mit mir hinuntergehen wollen nach dem Zechenhaus, jetzt – ich geh gleich mit. Der Zachenhesselhans wird auf der Weide sein. Und so is niemand daheim im Häusl; aber ich geh mit Ihnen und wills Ihnen schon zeigen.«

»Wer wohnt denn in dem Hause, ich meine, wer ist denn der Vermieter?«

»'s is so ein alts Mannl, wir heißen ihn den Zachenhesselhans, schreiben tut er sich ›Herr Günther‹,« sagt die Mahm. »Wir sind das nämlich fei gar nit gewöhnt, daß feine Leut zu uns kommen. Aber schlimm sind wir nit deswegen. Sie können da unten bleiben, solang's Ihnen gefallt.«