»Ein ›Walt's Gott‹ geb ich Dir mit auf den Weg,« sagt er. »Mit einem ›Walt's Gott‹ hab ich die erste über den Dachrand gehängt – 's mag heißen: sollt noch daheroben sein alle miteinander, wenn's dem Herrgott gefällt, das Lebensbüchl vom Zachenhesselhans dermaleinst zuzuschlagen.«

Dann steigt der Alte die Sprossen der Leiter, die quer über dem neuen Dach liegt, herab, steigt herunter bis wo der Hans-Tonl auf der Schnitzbank sitzt und sagt:

»Ein Pfeifl will ich mir noch antun, und dann, mein' ich, wir zwei legen die Traufe hinauf auf die Zähne. Oder: ich will die Leiter erst herabnehmen vom Dach.«

Der Zachenhesselhans bindet die Leiter, die zum First führt, los und lehnt sie an die Ecke des Hauses. Dann heben die Männer die Holzrinne hinauf unter den überstehenden Dachrand. Während der Hans-Tonl den Dachkendel anzuschlagen beginnt und an den Schreiner denkt, der kommen muß, die Fenster und Türen einzufügen, macht sich der Zachenhesselhans auf den Weg gegen die Bergwiese.

Von Ferne sieht er schon: dem Wurzltonl seine Schwarze und die Rote gehen weidend auf dem kurzen Gras. Aber der Roten hat das Wawrl das Leitglöcklein um den Hals gehängt. Und der Klang der Kuhglocke schwankt über den herbstsonnigen Berg, über den keine Schwalbe mehr fliegt, schwankt dahin und dorthin, als ging er den Sommer suchen.

Wie der Zachenhesselhans so Schritt vor Schritt die Halde emporsteigt, die Holzpantoffel in die Hand nimmt, weil er denkt: es ist wieder so goldglatt im Gras, und wie er seine Gedanken dem halbverträumten Glockenklange nachschickt, der auf der Weide umhergeht – da fährt ein blaues Päcklein mit einem schwarzen Schopf auf dem Grase talein und dicht an ihm hernieder. Wie er herumspringt, um dem wilden Ding nachzuschauen, tut das einen Fall und kugelt drei Mannslängen den Berg hinein.

»Jetzt, wenn das ein Lebendiges ist – hat das den Hals und die Glieder gebrochen.«

Und ein Lebendiges ist es; denn im Bogen über das blaue Päcklein hinweg fliegt ein Holzpantoffel und bleibt im Grase liegen. Da kommt schon ein Lachen den Hang herauf, daß droben die Kühe die Köpfe heben und schauen, was denn da vorgeht. Und im Bergwald wacht das Echo auf, das seit dem letzten Wetter so fest geschlafen hat, und wirft das schallende Lachen wieder heraus auf die Berghalde.

»Fei bloß bis dorthin hast gewollt, Fanele? Ich denk, Du bist auf der Fahrt in die Höll?«