»Natürlich hab ich Dich liebgehabt.«

»Gehabt!«

Er zog die Achseln und redete wie aus tausendjähriger Erfahrung: »Es steht schlimm um die meisten Mädchen – entweder können sie das Feuer nicht anblasen, oder sie können es nicht unterhalten.«

»Anblasen …,« sagte sie schokiert.

»Oh, anblasen kannst Du, aber es fehlt das Oel auf der Lampe. Ihr habt die pudelnärrische Ansicht, ein Mann sei ein Ding wie ein Spiegel, der Ja sagt, so oft ihr hineinguckt. Der Spiegel gehorcht sieben Jahre, der Mann ist des Schauspiels am siebenten Tage müde …«

Sie bekam das Zittern ins Herz und schwur sich, sie wollte zuhören bis zum Abend. Das ›Oel auf der Lampe‹ quälte sie – – wenn man einen Mund hat so voller Blühen und den besten Willen zum Küssen und siebzehn Blusen und vier Kostüme und drei Kästen bunte Schleifen … ist das kein Oel? Aber sie sagte das nicht, sondern wartete, was er meinte.

Die Stunden in diesem Wäldchen vor dem Südtore der Stadt gehörten zu denen, die in seinem Leben stehenblieben – nicht, weil er da zwei Tage einer Liebe begrub, die vormärzlich und sonnenfieberisch gewesen war, und die ihn betrogen hatte, sondern weil er in diesen Stunden in die Tiefen des wilden Jahres schritt, in denen ihn das Leben jählings zerriß.

Die stille und klare Feierlichkeit des Hauses am Buchenwalde schien aus Fernen in sein Herz, die er verloren gab. Aber das Licht von den ersten Blumensteigen des Daseins leuchtet bis auf die andere Seite, und kein Leben kommt darüber hinweg.

Nun erfüllte das leidsüchtige Wesen der Husch sein Schaffen …