»Ich hüpfe immerfort auf Schwellen,« sagte er, »seit drei Monaten immer so in keuchendem Schwunge … Naturforscher, Maler, Bräutigam, Schauspieler, Primo amoroso, Spitzenreiter, Zerstörer des Berges der Seligkeiten, Zigeuner, Hypnotiseur – hast Du die Stirn, zu sagen, ich hätte es mit achtzehn Jahren zu nichts gebracht? Komm!« rief er und langte den Hut vom Nagel am Türpfosten herab und drückte sich ihn keck aufs Ohr.
»Wohin?«
»Eine Laute will ich mir kaufen und Schellen an den Hut – so, weißt Du, so!«
Er wogte in komischen Sprüngen vor ihr hoch und nieder und hatte die Augen voll Hexenlied und Juchhei. Dann warf er den Hut auf den Stuhl und tobte in Anderthalbmeterschritten durch die Stube.
Da ließ sie ihn toben und setzte sich mit ihrer lichten Sommerhelligkeit auf den Stuhl und sagte: »Du, ich glaube, Du bist ein richtiges Genie.«
»Ja, ja, Genie!« sagte er. »Genie, das hab' ich in der langen Reihe der Gipfelhöhen meines ruhmreichen Daseins vorhin vergessen!«
»Ach, komm doch zu Dir! Solch ein tragikomisches Gesicht paßt nicht für Dich und bringt mich wieder zum Fürchten.«
Da zog er ihr das Kleid zurecht, und sie ließ sich von ihm fertigmachen zum Ausgang.
»Heut abend gehen wir ins Theater. Was ist heute?«
»Die Räuber. Und morgen Pygmalion.«